Projekt "Eine Welt in der Schule"
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Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

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Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.


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Geld regiert die Welt - oder?
Unterrichtsanregungen zu einem weltumspannenden Thema
Barbara Zahn

 
Aktuelles
 
"Eine Welt" 1/2017Die November-Ausgabe von "Eine Welt in der Schule" Mehr >>>
 
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Grafik InklusionPop-up Ausstellung "Vielfalt in der BOX" in Bremen Mehr >>>
 
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Lehrer LämpelDie nächste Fortbildung: April 2018 Mehr >>>
 
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Abbildung der Thailand-KisteDas Kombi-Paket für Neueinsteiger Mehr >>>
 
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Logo des WettbewerbsStartschuss für den Wettbewerb "Eine Welt für alle" Mehr >>>
 
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Logo des GrundschulverbandsEine Resolution des Grundschulverbandes: Flüchtlingskinder - Wir sind verantwortlich und solidarisch Mehr >>>
 
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Abbildung der Broschüre "Die große Globalisierung für kleine Leute"
Globales Lernen mit Grundschulkindern Mehr >>>
 
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Titelabbildung des Orientierungsrahmens
Aktualisierter und erweiteter Orientierungsrahmen Mehr >>>
 
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Bücherstapel Klassensätze für Ihre Schule! Mehr >>>
 
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Titel der Broschüre "Kinderrechte Bildung - Länderschwerpunkt Ruanda"Ruanda-Materialien für die Klassen 3-7 Mehr >>>
 
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Der Online-Katalog des Projekts Der Online-Katalog des Projekts Mehr >>>
 
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Logo der EWIK
Im Fokus: Flucht und Asyl Mehr >>>
 
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Online-Spiel Handy Crash Das Online-Spiel Handy Crash Mehr >>>
 
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Buchtitel "African Kids"Neue Materialien für die Ausleihe Mehr >>>
 
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Logo von HelpAge Deutschland e.V.Materialien zum Thema "Altwerden und Altsein bei uns und weltweit" Mehr >>>
 
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Unterrichtspaket von Ärzte ohne GrenzenMaterial "Humanitäre Hilfe" von Ärzte ohne Grenzen Mehr >>>
 
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Diese Arbeit macht mich krankMaterial zum Thema Kinderarbeit in Sambia Mehr >>>
 
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Werde Aktivist/inWerde Aktivist*in! – neues Aktionsheft Mehr >>>
 
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Eine Welt für KinderMaterial für Kindergarten und Schule & Sonderheft zum Thema Konsumgüter Mehr >>>
 
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Abbildung der Indonesien-KisteNeu in der Ausleihe: Tansania-Kiste Mehr >>>
 
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ErziehungsratgeberFür Eltern! Wie Sie Kindern fremde Kulturen näherbringen Mehr >>>
 
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Münzen aus verschiedenen LändernDie am häufigsten gebrauchten Wörter der deutschen Sprache sind (so las ich es im "Pauker", einer Broschüre zur Vorbereitung auf die Hauptschulprüfung): "Tag, Mensch, Mann und Geld". Woher der Pauker das weiß, weiß ich nicht, aber allein wenn ich an die letzten Jahre denke, mit Medien voller Geldgeschichten, würde es mich wundern, wenn es anders wäre. "Das Geld vergnügt und quält alle", sagt ein jüdisches Sprichwort, und es wundert mich, dass Geld beim Nachdenken über die Eine Welt in der Schule bisher kaum ein Thema war. "Geld regiert die Welt". Man kann und darf das bezweifeln, aber ob es uns gefällt oder nicht, Geld ist eine weltbewegende Sache und es wirft Fragen auf, die alle Menschen bewegen. Es ist Zeit zu fragen, wie in unterschiedlichen Kulturen Fragen des Geldes geregelt und gesehen werden und welche Welt- bzw. Geldanschauungen hier Anregungen und Alternativen zu unserem aktuellen Umgang mit Geld anbieten können.


Geld in aller Welt
"Money, Money, Money" - so klingt es im Ohr, ob in Bali oder bei den Pyramiden, in Machu Picchu oder am Tadsch Mahal. Die Kinder sind allgegenwärtig und ihr Rufen verbindet sich in der Erinnerung der Touristen mit den erhabenen Eindrücken. Die Kinder treibt nur selten purer Übermut, viele tragen bei zum Unterhalt ihrer Familien, mehr als die Eltern es oft vermögen.
"Money, Money, Money ..." - nicht ganz so lautstark, aber kaum weniger hartnäckig liegen in Deutschland Kinder ihren Müttern, Vätern, Großeltern im Ohr. "Alles hat seinen Preis. Um in zu sein, braucht's Taschengeld." Mit einem Umsatz von rund 3 Mrd. Euro rechnet die Wirtschaft bei ihren jüngsten Konsumenten. Sie werden rauschend vermarktet mit wachsendem Tempo, kaum sind Inliner out, sind Tretroller in, statt Mickymaus kommt Pokémon, Altes wandert in die Ecke. Das große Geschäft mit den Kleinen boomt. Besser als die Wortarten kennen 10-Jährige die einschlägigen Kleidermarken (12 im Durchschnitt). Sie schwärmen für überteuerte Markenartikel, kaufen,
konsumieren.
Sie sind Kinder der Zeit, hier und in Übersee. "Make a champion out of your child. Buy ..." So las man es an jeder Bushaltestelle in Jamaika, die letzten Pfennige meinten die Eltern für ihre Kinder ausgeben zu müssen. Riesenplakate auf diversen Bahnhöfen verkünden das "11. Gebot: du sollst genießen". Etwas Materielles. Darf es etwas mehr sein? Es darf! Konsum regt die Konjunktur an, schafft Arbeitsplätze. Ein Spielverderber, wer Böses dabei denkt. Die Werbung scheut weder Kosten noch psychologische Raffinesse, um Bedürfnisse zu wecken. "You need it, you need it" - so schreit es uns entgegen, sinnfällig etwa auf der EXPO in Hannover beim Betreten der Basic-Needs-Halle. Sie war vollgestopft mit so genannten Gebrauchsartikeln, die immer unbrauchbarer, unnötiger werden, bis am Ende die Bilder der Smoky Hills in Manila zu sehen sind, Müllberge, die im letzten Jahr unter sich viele Menschen begraben haben, welche im und vom Müll zu überleben versucht hatten.
Fassungs- und hilflos stehen Lehrerinnen und Lehrer in der Schule dem lässigen Rausschmeißen von Geld für Schnickschnack, Sticker, Süßigkeiten gegenüber. Manchmal erinnert man sich einigermaßen nostalgisch an die Zeiten, als die Schülerinnen und Schüler jeden Samstag ihre Zehnpfennigstücke in die Schulsparkasse brachten und sie eintauschten gegen bunte Marken, die sie in ein Heftchen klebten. Das wurde zur Sparkasse gebracht und am 30. Oktober, keiner vergaß es, am Weltspartag, bekam man einige hübsche Dinge dort, einen Geldbeutel, eine Sparbüchse.


Geldscheine aus Weißrussland Mit all diesen Geldscheinen konnte sich ein Kind in Weißrussland 2001 nur ein Kaugummi kaufen!

Das alles ist out. Wozu sparen, wenn anderweitig die Rendite höher ist. Die Fernsehsendungen, Boulevardblätter, die Zeitungen sind voll mit Geldgeschichten: "Die reichsten Männer und Frauen der Welt in der Forbesliste; Spitzengehälter von Sportlern, Stars und Managern; Wie werde ich Millionär?".
Jede Nachrichtensendung bringt wie den Wetterbericht Aktuelles von der Börse. Die Köpfe werden bombardiert mit Begriffen wie Shareholdervalue, Dow-Jones-Index, Dax, Eurostoxx u.v.a.
Im Großen wie im Kleinen, der Umgang mit dem Geld ist ein weites schwieriges Feld. Sollen wir nicht gleich resignieren, uns in der Schule auf die neue Rechtschreibung beschränken - Börsentipp mit "pp" - und nachmittags die neuesten Aktienkurse studieren?


Geld - ein Thema fürs Leben und für die Schule
Unsere Schülerinnen und Schüler auf das Leben und die Welt vorzubereiten, wenn wir das noch nicht ganz aufgegeben haben und Geld auch das Leben der Kinder mitbestimmt, werden wir wohl nicht darum herumkommen, uns mit diesem Thema zu beschäftigen. Es gibt genügend Themen wie die Höhe des Taschengeldes, Kinder die arbeiten, um Klamotten und Krimskrams kaufen zu können, Markenklamotten und ihr Mehrwert für Geschäfte, zu wenig und zu viel Geld in den Familien, das Budget von Alleinerziehenden usw.
Später, hoffentlich, werden unsere Schülerinnen und Schüler alle selbst Geld verdienen - 6 Euro pro Stunde als Gabelstaplerfahrer in Chemnitz oder dasselbe mit etlichen Nullen vor dem Komma als Fußballspieler oder Manager, Sänger oder Rennfahrer - verdient oder nicht. Kinder werden erfahren, welchen Einfluss das Geld hat auf die Welt, für Krieg und Frieden, Soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

Geschichte aus Deutschland
Mein Onkel Hans

Ich habe einen Onkel. Er ist alt. Sehr alt sogar. Fast neunzig. Er kann nicht mehr arbeiten im Büro, im Haus oder Garten. Aber er kann viel nachdenken, wenn er im Sessel sitzt. Und er kann Geschichten erzählen. Ich höre ihm gern zu. Manchmal erzählt er, wie er ein Junge war. Und Millionär, damals 1923. Köfferchen voller Geld hat er damals durch die Stadt getragen. Der Vater bekam zweimal am Tag Lohn ausgezahlt. Der Junge musste das Geld holen und umgehend der Mutter bringen. Die kaufte sofort ein, weil abends alles schon teurer war. 8 Millionen kostete ein Brot, daran erinnert er sich noch. Inflation nannte man diese verrückte Zeit. Geld wurde massenhaft gedruckt, nicht zuletzt, um die Kriegsschulden zu bezahlen. Aber das Geld hatte keinen Wert mehr. Viele waren verzweifelt. Ein Nachbar, Fritz Lehmann, erhängte sich. Er hatte Jahre gespart, jeden Pfennig umgedreht, um für seine Familie nach dem schlimmen Krieg ein Häuschen zu bauen. Als er schließlich das Geld von der Bank holte, konnte er sich gerade noch eine Hose kaufen. Andere Nachbarn, wie der junge Schmidt, machten Geschäfte, sie kauften und kauften und machten Schulden, die sie wenig später wie nichts bezahlen konnten.
Foto von Onkel HansMeinen Onkel hat die Geschichte von seinen Nachbarn nicht losgelassen. Er wollte, dass Leute nicht noch einmal um ihr Geld betrogen werden. Oder krumme Geschäfte machen können. Er wollte bei der Sparkasse arbeiten, besuchte Kurse und Schulen und lernte viel. Später wurde er Sparkassendirektor, gab selbst Kurse und hörte nicht auf zu lernen und nachzufragen. Z.B.: Könnte man ohne Zins nicht auch Geld sich ausleihen? Männer wie Silvio Gesell und Rudolf Steiner haben sich darüber viele Gedanken gemacht, andere haben das sogar ausprobiert, und es klappte nicht schlecht, z.B. im "Wunder von Wörgl" 1932/33, als Arbeitsplätze durch umlaufgesicherte Zahlungsmittel entstanden. (Nach Gerechtes Geld, s.u.)
Heute ist mein Onkel Hans alt. Sehr alt sogar. Er sitzt in seinem Sessel, liest die Zeitung und denkt nach. Dass Banken wie Paläste aussehen, das stört ihn. Früher überragten die Kirchen die Städte, heute sind es die Banken. Geld machen, Gewinn, Profit, alles dreht sich nur noch darum. Er liest alles, was Leute schreiben, wie man mit Geld anders umgehen könnte. So dass es eine Hilfe für die Leute wäre. Mein Onkel Hans ist ein alter Mann. "Das ist mein Leben", sagt er oft und ist verzweifelt: "heute läuft alles aus dem Ruder". Aber noch hat er Träume, wie alles anders sein könnte ...


Arbeitsaufgaben
Sucht im Lexikon oder im Internet oder fragt bei Sparkassen nach:
- Wie kam es überhaupt zu Sparkassen?
- Wer hat das Geld erfunden?
- Wie haben Sparkassen den Leuten geholfen?
- Könnte man sich ohne Zins nicht auch Geld ausleihen?
- Warum ist Onkel Hans, der ehemalige Sparkassendirektor, heute oft traurig?
- Wovon träumt er, was träumst du?

Geld ist ein spannendes Thema
Oft wie ein Krimi, der Tanz ums goldene Kalb kein Märchen aus uralten Zeiten, die Global Players sind unter uns. Konsumieren, kaufen und verkaufen, erwerben und besitzen, ersparen, gewinnen, vererben - das sind Themen, die alle Menschen auf der Welt kennen. Geld prägt unser Leben. Ob wir an biblische Aussagen wie
"Wo euer Geld ist, da ist euer Herz" denken oder an die Überlegungen von Marx, wonach alles zur Ware wird, Profitmaximierung zur obersten Maxime, das Sein das Bewusstsein prägt. Wir sollten uns wenigstens bewusst sein, was das Geld in unseren Köpfen bedeutet und anrichtet und wie es alles zu beherrschen vorgibt unter dem Vorwand, das seien Sachzwänge, ökonomische Unabänderlichkeiten.

Geld ist eine geniale Erfindung
Auch Kinder sollten dies wissen. Aber das bedeutet ebenso, Börse, Lombardsatz, Zins, Dax und Dow Jones und wie sie alle heißen sind keine unabänderlichen Dinge, sie sind historisch entstanden. Zum Teil ist das noch gar nicht so lange her. Im Mittelalter herrschten z.B zur Zeit der Zünfte ganz andere Regeln. Auch wenn uns vieles im Umgang mit Geld selbstverständlich erscheint, so sollte doch nach- und hinterfragt werden. Interkulturelle Beispiele sind hier besonders wichtig.
Ich unterrichte in einer internationalen Vorbereitungsklasse von Kindern, die Deutsch lernen. So möchte ich mich - angeregt durch Leute aus dem Süden - aufs Geschichtenerzählen beschränken, von einigen konkreten Menschen berichten und dadurch ein wenig anregen, sich über Geld und die Welt Gedanken zu machen. Themen im Hinterkopf sind dabei:

- Was Geld bedeutet
- Wie Geld entstanden ist
- Wie Geld in anderen Ländern aussieht
- Was man über Geld und Besitz und Verdienst in anderen Zeiten und Kulturen denkt

Zielsetzungen könnten sein
- Geld ist nicht alles
- Geld bringt Not
- Geld kann helfen

Interkulturelle Beispiele
Ich möchte zeigen, dass dies nicht weniger spannend und aufschlussreich sein kann, als einen Blick zurück zu tun in die Vergangenheit, doch nur letzteres geschieht häufig. Der interkulturelle Blick, das Lernen im weltweiten Horizont muss erst eingeübt werden. Beginnen möchte ich allerdings mit der Geschichte eines alten Mannes hier in Deutschland, seinen Erfahrungen mit Geld und seinen Träumen - nicht zuletzt deshalb, weil in unserer jugendorientierten Gesellschaft die Alten Vielen fremd geworden sind, fremder als Jugendlichen anderswo, und es sich lohnt, vom Süden zu lernen, die Erfahrungen der Alten wertzuschätzen.
Die Geschichten und das Thema sind meiner Erfahrung nach geeignet für unterschiedliche Schulstufen, wobei der Gehalt der Arbeitsaufgaben bzw. der Gespräche durchaus nicht proportional mit dem Alter zunimmt. Gerade mit jüngeren Schülern kann man sehr differenziert und engagiert die Fragen ansprechen und es gibt jeweils innerhalb der Klasse im Rahmen von Freiarbeitsmöglichkeiten ganz unterschiedliche Akzentsetzungen und Niveaus der Beschäftigung.

Geschichte aus Peru
Geht Ihr auch so gern auf den Jahrmarkt? Vielleicht heißt er bei Euch Martinimarkt oder Weihnachtsmarkt oder Frühlingsmarkt. Aber sicher gibt es auch Buden und Verkaufsstände und Karussell und Schiffschaukel und Musik. Den tollsten Jahrmarkt habe ich in Maras in Peru erlebt. Da war vielleicht etwas los. Tausende von Leuten kamen zu Fuß und in Lastwagen angefahren, es gab Musik und Tanz, so weit das Auge reichte sah man bunte Trachten, Stände, wo es Chicha gab - eine Art Bier - und Maiskolben geröstet und tausend Dinge verkauft wurden. Aber nicht nur verkauft. Und genau das habe ich nicht vergessen, obwohl es schon einige Jährchen zurückliegt. Da saßen nämlich Bauern mit ihren Wollmützen und Bäuerinnen mit ihren großen Hüten und vielen Röcken auf dem Boden und hatten Tonkrüge vor sich. Und da waren andere Bauern und Bäuerinnen, die hatten Maiskörner. Geld hatten weder die einen noch die anderen. Was aber taten sie? Sie füllten die Tonkrüge auf mit Mais und tauschten beides. Für die Menge Mais, die in einen Tonkrug passte, bekam man einen Tonkrug oder umgekehrt den Mais. Das war sehr praktisch. Im Dorf, wo die Tonkrüge hergestellt werden, hoch oben im Gebirge, wächst kein Mais. Die Maisbauern aber aus den Tälern brauchen Gefäße, um den Mais vor Mäusen und Nässe zu schützen. Geld, wie gesagt, hatten weder die einen noch die anderen. Aber sie wussten sich zu helfen und am Ende des Jahrmarkts zog jeder befriedigt heim. Das hat mir imponiert, das habe ich bis heute nicht vergessen.
Der Jahrmarkt war übrigens in der Nähe der alten Inkastadt Cusco in Peru. Dieses Land liegt in Südamerika. Viele Stunden muss man mit dem Flugzeug fliegen. Und dann geht es mit dem Zug nochmals viele Stunden hinauf ins Gebirge bis zur Stadt Cusco. Sie liegt so hoch wie die höchsten Berge Europas. Cusco ist eine sehr alte Stadt mit dicken Mauern. Keiner kann sich erklären, wie die Menschen früher es geschafft haben, die riesigen Steine so gut aufeinander zu legen. Kein Messer passt dazwischen. Die Inkas herrschten dort, sie hatten Paläste und gepflasterte Straßen, und Boten liefen weite Strecken, um Nachrichten oder einen Fisch vom Meer für die Tafel des Herrschers zu überbringen. Am tollsten aber waren die Gärten um den Palast. Blumen aus Gold soll es darin gegeben haben, die in der Sonne glitzerten. Keiner kam auf die Idee, dass man dies wunderschöne Metall zu etwas anderem nützen könnte als dafür, Schmuck und schöne Dinge herzustellen.
Bis die Spanier kamen. Sie waren besessen vom Gold, und gierig darauf aus, so viel wie möglich zu besitzen. An einem anderen Ort nahmen sie den Herrscher gefangen und befahlen ihm, das ganze Zimmer mit Gold auffüllen zu lassen, sonst wollten sie ihn töten. Aber obwohl unendliche Schätze gebracht wurden, sie töteten ihn trotzdem und brachten das Gold nach Europa. Die Spanier verlangten eine Kopfsteuer - also Geld - von allen Bewohnern. Das veränderte ihr Leben. Heute sind viele Menschen bitterarm.

Jahrmarkt in PeruArbeitsaufgaben
Jahrmarkt in Peru
- Malt die Tauschgeschäfte: Mais gegen Töpfe!
- Spielt das Tauschgeschäft!
- Kennt ihr auch Tauschgeschäfte?
- Was ist praktisch beim Tauschen?
- Was macht Mühe?
- Habt ihr schon etwas von Tauschbörsen gehört? Erkundigt Euch.

Bei den Inkas
- Malt den Palast des Inkas mit den goldenen Blumen im Garten.
- Was dachten die Inkas über das Gold?
- Wie dachten die Spanier vom Gold?
- Die Spanier verlangten eine Kopfsteuer d.h. Geld von den Leuten. Was veränderte sich in ihrem Leben dadurch?
- Versucht im Lexikon und im Atlas Peru zu finden. In Büchern und auch in Reiseprospekten kannst Du Fotos finden. Schneide sie aus! Ordne sie! Klebe sie auf!
- Überlegt Euch, wie sich Dinge verändern, als die Sache mit dem Geld kam.

Was haben wir im Unterricht gemacht?
Begonnen hat es damit, dass nach den Schulferien 2001 viele kleine Münzen aus vielen Ländern in vielen Geldbeuteln schlummerten und viele Kinder es faszinierte, als wir diese ans Licht holten, zusammenbettelten, beguckten, betasteten, ordneten. Das Sammelfieber war geweckt, der Einstieg ins Thema gegeben. Erprobt wurden einzelne Teile zum Projekt Geld in verschiedenen Grund- und Hauptschulklassen, berichten möchte ich von der Arbeit in einer internationalen Vorbereitungsklasse mit Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 14 Jahren.

Die Geschichte vom kleinen Prinzen - ein Theaterprojekt
(Saint-Exupéry: Der kleine Prinz, Düsseldorf 2000. S.47 ff.)

Der vierte Planet war der des Geschäftsmannes. Dieser Mann war so beschäftigt, dass er bei der Ankunft des kleinen Prinzen nicht einmal den Kopf hob ...

"Ich bin ein ernsthafter Mann, ich nehme es genau."
"Und was machst du mit diesen Sternen?"
"Was ich damit mache?"
"Ja."
"Nichts. Ich besitze sie."
"Du besitzt die Sterne?"
"Ja ..."
"Was hast du davon, die Sterne zu besitzen?"
"Das macht mich reich."
"Und was hast du vom Reichsein?"
"Weitere Sterne kaufen, wenn jemand welche findet ... und ich besitze die Sterne, da niemand vor mir daran gedacht hat, sie zu besitzen."
"Das ist wahr", sagte der kleine Prinz, "und was machst du damit? ..."
"Ich kann sie auf die Bank legen."
"Was soll das heißen?"
"Das heißt, dass ich die Zahl meiner Sterne auf ein kleines Papier schreibe. Und dann sperre ich dieses Papier in eine Schublade."
"Und das ist alles?"
"Das genügt."
"Das ist amüsant", dachte der kleine Prinz. "Es ist fast dichterisch. Aber es ist nicht ganz ernst zu nehmen."
Der kleine Prinz dachte über die ernsthaften Dinge völlig anders als die großen Leute.
"Ich", sagte er noch, "ich besitze eine Blume, die ich jeden Tage begieße. Ich besitze drei Vulkane, die ich jede Woche kehre. Denn ich kehre auch den Erloschenen. Man kann nie wissen. Es ist gut für meine Vulkane und für meine Blume, dass sich sie besitze. Aber du bist für Sterne zu nichts nütze ..."
Der Geschäftsmann öffnete den Mund, aber er fand keine Antwort, und der kleine Prinz verschwand.
"Die großen Leute sind entschieden ganz ungewöhnlich", sagte er sich auf der Reise ...

- Münzen und Geldscheine aus aller Welt
Zahlungsmittel aus aller WeltEin zerknittertes Stückchen Papier mit einem vergilbten Porträt eines bärtigen Mannes darauf weckte Euphorie bei meinen Schülerinnen und Schülern aus Kasachstan. Welch eine tolle Sache, ein Geldschein aus Kasachstan, ein Stück Heimat. Jeder will ihn sehen, riechen, fühlen. Münzen werden mitgebracht und am nächsten Tag verglichen. Die Schülerinnen und Schüler erzählen, was man damit kaufen konnte und heute nicht mehr kann.
Wir haben Münzen aus 17 Ländern gesammelt. Diese konnten wir studieren, entziffern, in Setzkästen ordnen, auf eine Europa- bzw. Weltkarte legen, sortieren, Listen machen, sammeln, tauschen und nicht zuletzt durchrubbeln auf Papier.

Muscheln als Zahlungsmittel- Verschiedene Zahlungsarten
Aber auch anderes Geld - Muscheln, Kakaobohnen, Pelze, Ketten und Steinräder faszinieren. Und sie regen die Fantasie der Kinder an, eigenes Geld zu erfinden z.B. Pistazienkerne, Kastanien oder selbst Scheine zu entwerfen. Dabei erfuhren sie gleich am eigenen Leib, wie unpraktisch es ist, Säckchen mit Kastanien herumzutragen oder mit Unmengen von Pistazienkernen zu zahlen. Wie praktisch sind auch Rechenmaschinen, wie man sie in Kasachstan noch kennt, wo der Platz auf einem Brett den Wert bestimmt.

- Geschichten aus aller Welt - aus Deutschland, Peru und Papua-Neuguinea
Im Kreis sitzend haben die Schülerinnen und Schüler zugehört. Durch viele Bilder unterstützt, erzählte ich an verschiedenen Tagen Geschichten von Onkel Hans, dem alten Sparkassendirektor, vom Jahrmarkt in Maras, wo die Bauern Tauschgeschäfte machen, von Ayap und Nangnanu am anderen Ende der Welt, wo alles verschenkt wird oder das Geld am Strand aufgelesen werden kann. In frei gebildeten Gruppen wurde dazu gearbeitet, gemalt, geklebt, geschrieben, diskutiert, philosophiert. Angeregt wurde zum Theaterspielen, der Umsetzung der Geschichten in kurze Szenen und zu Diskussionen durch den interplanetarischen Besuch des kleinen Prinzen, einer Aufführung der 6. Klasse unserer Schule.
Neben diesen kleinen klasseninternen Projekten gab es viele Möglichkeiten, quasi als flankierende Maßnahmen auf das Thema einzugehen.

- Spiele - Monopoly
Ein hervorragendes Lernspiel über die Rolle des Geldes ist Monopoly. Mit Geld kann man alles. Der Reichste hat das Sagen. Er kauft auf, und kann sich auch aus dem Gefängnis loskaufen. Tricks und Finten helfen dabei, es ist wie ein Rausch. Könnte man nicht auch ein Spiel erfinden mit anderen Regeln?

Geschichte aus Papua-Neuginea
Ayap und Nangnanu leben schräg unter uns, am anderen Ende der Welt, in Papua-Neuguinea. Ich habe sie kennen gelernt, als ich dort an einem Lehrerseminar arbeitete und ich habe viel von ihnen gelernt. Zum Beispiel etwas über das Reichsein.
Ayap war mein Nachbar, er kam mit Nangnanu, meinem Kollegen, und brachte mir Tomaten. Beleidigt wäre Ayap gewesen, hätte ich ihm für die Tomaten etwas bezahlt. Nein, er schenkte sie mir. Nangnanu flüsterte mir zu: Er ist ein bikman, ein großer, reicher Mann. Reich soll er sein mit seinem Gürtel aus Baumrinde und seinen Blätterhosen, die er vom Baum pflückte? Es hat eine Weile gedauert, bis ich das kapiert habe. Die Bambusstäbchen z.B., die er wie eine Kette auf der Brust trägt, zeigen, wie viele Feste er schon gegeben hat. Ein Schwein hätte er - ohne Kühlschrank - nie allein essen können. Er hat alle Nachbarn eingeladen mitzufeiern, alles verschenkt, nichts mehr hat er in Händen. Aber er ist reich, er hat Freunde gewonnen, die ihm in Notlagen wieder helfen. Sie erinnern sich an die Feste - oder an die schönen Tomaten.
Nangnanu ist das alles auch fremd. Er kommt von der Küste. Dort gab es früher viel Geld. Man musste es nur aufheben, es lag auf dem Boden, am Strand. Es waren Kaurimuscheln. Sie wurden aufgereiht und als Kette um den Hals getragen. Ja klar, man hätte viel davon sammeln können. Aber wozu brauchte man schon Geld? Das meiste konnte man tauschen oder umsonst haben. Die Kokospalmen liefern alles, was man braucht. Kokosmilch zum Trinken, Fruchtfleisch zum Essen, Schalen für Gefäße und als Brennholz, kleine Blätter für Salat, große Blätter für Matten und Hauswände und Dächer, Fasern für Röcke und Netze. Auch der Schatten ist umsonst. Und für ein Stück Land zu bezahlen, das war doch verrückt, wer zahlt schon für seine eigene Mutter, die Erde, für die Luft, den Wind, den Sonnenschein, das Meer, die Sterne?
Wir sind reich, wir haben keinen Pfennig, sagte Nangnanu damals zu mir. Inzwischen aber sind große Firmen gekommen aus Japan und Europa und Amerika. Sie wollen Kokosnüsse kaufen, sie wollen den Urwald kaufen, sie wollen Land kaufen, sie haben Gold und Kupfer gefunden und wollen kaufen, kaufen, kaufen. Noch gehört der Urwald allen Leuten von Ayaps Dorf zusammen, noch gehören Nangnanus Familie die Kokosnusspalmen. Alle sind Millionäre, reich und arm zugleich.

Ayap und NangnanuArbeitsaufgaben
- Male, was Ayap und Nangnanu selbst herstellen bzw. wie sie sich helfen und schreibe Erklärungen dazu!
- Male das Leben mit der Kokospalme an der Küste!
- Was kann man über das "Reichsein" von den Menschen dort lernen?
- Zeichne die verschiedenen Geldsorten - Muschelkette, Bambusstäbchen
- Suche selbst erfundene "Geldstücke" wie Sonnenblumenkerne, Korken, Flaschendeckel zusammen. Gestalte eine kleine Ausstellung.


Geld im Religionsunterricht
Welt- und Geld-Anschauungen
Christentum: Jesus warnte mehr vor dem Geld als vor dem Teufel und davor sich dem ungerechten Mammon hinzugeben. "Denn wo euer Geld ist, da ist euer Herz". Das Gleichnis vom reichen Kornbauern, den der Schlag trifft, die Erzählung vom reichen Jüngling, von Zöllnern und Schätzen, die Motten und Rost fressen, und die Aufforderung, wie die Vögel unter dem Himmel nichts zu sammeln, sind deutliche Impulse. Aber daneben gibt es auch das Gleichnis von der Suche nach dem Groschen und den Tadel für den, der seine Talente vergraben statt nutzbringend angelegt hat.
Judentum: Der sprichwörtlich reiche Bankier Rothschild und feststehende Redewendungen wie jüdische Bankhäuser, jüdische Finanzverbindungen trugen mit dazu bei, lange Zeit vor Hitler schon Missgunst und Hass zu säen. Ignoriert wurden dabei all die bitterarmen Juden aus den osteuropäischen Stedtl, die nicht nur im Musical Anatevka davon träumten "wenn ich einmal reich wär ..." Vergessen wurden auch die historischen Hintergründe für den Reichtum, waren die Juden im Mittelalter doch von Zünften und Landwirtschaft ausgeschlossen, sodass ihnen nur einige Berufszweige u.a. der Beruf des Händlers oder Bankiers offen standen. Nachdem sie da Erfolge hatten, wuchs der Neid, man sprach von der angeborenen typischen Geldgier des Juden, ohne die kulturellen Bedingungen zu sehen.
Hinduismus, Konfuzianismus, Animismus, Buddhismus: Man müsste sich damit mehr beschäftigen. Eindrücklich ist allein schon, wie in buddhistischen Ländern junge Männer eine Zeit lang als Bettelmönch leben, d.h. ohne Geld auskommen müssen.
Islam: Besonders das Zinsverbot regt zu Widerspruch und Überlegungen an.
Alternative: Immerhin beschäftigen sich auch westliche Ökonomen (GESELL, STEINER, KENNEDY) mit der Frage, ob die Abschaffung des Zinses nicht helfen würde, Grundübel unserer Wirtschaft zu beseitigen. Es gab und gibt immer wieder spannende Versuche in überschaubaren Regionen, wo experimentiert wurde mit dem andersartigen Umgang mit Geld.
Marxismus: Alles wird zur Ware, Profitmaximierung zum Alles bestimmenden Wert. Das Privateigentum verdummt.
Man könnte denken, nachzudenken über Welt- und Geldanschauungen sei nun aber wirklich zu schwierig und zu komplex für Kinder. Die wunderbare Geschichte des kleinen Prinzen, ein Beispiel interkulturellen, interplanetarischen Lernens, sein Blick von außen auf die Verrücktheiten der Erwachsenen, der Leute auf der Erde gibt wunderbare Anstöße, um über Besitz und Geld ins Gespräch zu kommen.
In einer sechsten Klasse haben die Kinder das auf ganz einfache aber eindrückliche Weise gespielt. Viele Sterne auf blauem Hintergrund schmückten die Bühne. Der kleine Prinz war am gelben Schal zu erkennen, manches wurde als Schattenspiel dazwischen geschoben. Die Schülerinnen und Schüler haben für die Erwachsenen große Plakate geschrieben und gemalt mit Fragen und Kommentaren. Die waren im Haus überall zu lesen.

Schülerarbeiten


Geld im Musikunterricht
Kinderlieder wie "Taler, Taler, du musst wandern" singen und spielen Grundschulkinder gern und ausdauernd. Sie sitzen oder stehen im Kreis mit geschlossenen Händen. Ein Kind in der Mitte versucht beim Singen, das Geldstück in einer der ausgestreckten Hände zu verstecken. Andere müssen den Taler nachher suchen. Nachgedacht werden kann in einer Pause, was ein Taler, ein Geldstück in seinem Leben schon erlebt hat. Sicher gibt es noch mehr Kinderlieder, in denen es ums Geld geht.
Auch im Musical oder in der klassischen Oper spielt Geld oft eine Rolle. In Lortzings Oper "Der Wildschütz" ist der Schulmeister Bacculus begeistert von der Idee, für die Überlassung seiner Pflegetochter an den Grafen eine Menge Geld zu kassieren.
Spaß macht auch, Beethovens Wut über den verlorenen Groschen hingehämmert aufs Klavier zu hören. In seiner Oper Fidelio schwärmt Rocco, der Gefängnisaufseher vom Gold im Beutel, dem Henkerslohn. Schon im Titel geht es bei Brecht in der Dreigroschenoper ums Geld, und sein "Lied von der belebenden Wirkung des Geldes" ist inspirierend wie das Lied des armen Milchmannes im Musical Anatevka "Wenn ich einmal reich wär ...".

Geld im Deutschunterricht
Was ein Taler oder ein Markstück in seinem Leben erlebt, kann Anlass für einen reizvollen Phantasieaufsatz, ein kleines Theaterstück oder einen Sketch sein. Aus dem Lexikon haben Schülerinnen und Schüler alles zusammengesucht zum Begriff Geld, Sparkasse, usw. Und dann kann man auch Sprichwörter oder Märchen zum Thema suchen.

Der "Zinsgroschen" von TizianGeld im Kunstunterricht
Es muss nicht immer nur um Farbe und Form gehen bei der Kunstbetrachtung, man kann auch das Sujet genauer unter die Lupe nehmen und auf die Suche gehen nach Geld in alten und neuen Gemälden.
Der "Zinsgroschen" von Tizian. "Die Geldwechslerin" von einem holländischen Meister.
Im Unterricht sind wir auch selbst aktiv geworden. Wir haben Geldscheine erfunden (nachdem wir Scheine genau betrachtet hatten) und - auf Silberfolie eingeprägt - kunstvoll verzierte Münzen gestaltet. Und noch ein ganz anderer Aspekt von Kunst und Geld ist bedenkenswert, der Wert eines Bildes. Immer wieder beeindruckt Schülerinnen und Schüler das Leben von Vincent van Gogh, der in seinem Leben kein Bild verkaufte und dessen Sonnenblumen dann bei einer Auktion über 36 Millionen US $ erbrachten.

Geld im Gemeinschaftskundeunterricht
In aktuellen Zeitungen suchten wir nach Berichten über Geld, auch nach Annoncen, Börsenberichten und - leider - den neuesten Korruptionsfällen usw.
Z.B.: Einem früheren ELF-Aquitaine Manager wird zur Last gelegt, 650 Millionen e (650.000.000 e) Bestechungsgelder verteilt zu haben. Einiges soll auch in die schwarzen Kassen der CDU geflossen sein (Nachrichten 5.2.01). In seiner Jugend war er an einem Banküberfall beteiligt. Diskussionsstoff gibt es genug.
Zusammen mit der Zinsrechnung in der Sekundarstufe könnte im fächerübergreifenden Unterricht über das Zinsverbot in verschiedenen Religionen diskutiert werden und den damit verbundenen Auswirkungen. Nachdenklich macht auch auszurechnen, wie viel Zins Maria und Josef mit einem kleinen Startkapital bis heute angespart hätten ...

Schülerarbeiten

Lerngänge
Auch wenn man nicht ohne weiteres eine Fahrt nach Frankfurt, zur Hauptstadt des Geldes machen kann, wie es von Jugendgruppen aus Nürnberg mit kritischem Blick auf Banken, Börse und Abstechern zu alternativen Institutionen wie Ökobank, Ökumenische Entwicklungsbank und Initiativen wie Kritische Aktionäre, Pro ethisches Investment usw. durchgeführt wurde wenigstens zur nächsten Sparkasse könnte schon ein Lerngang gehen. Allein die Nachfrage nach den Gründungsvätern und -müttern und den alten Idealen wäre den Aufwand wert.

Ausblick
Viel bleibt zu tun, das ist der bedrängende Eindruck nach vielen Unterrichtsstunden rund ums Geld. Es ist kaum anzukommen gegen alle "geheimen Verführer", das Thema muss immer wieder aufgegriffen, neue Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler müssen einbezogen werden:
- aktuelle politische Fragen - wie z.B. zu Werbung in der Schule, Sponsoring, Top-Gehältern, Steuerflucht, Steueroasen, Finanzspekulationen, Tobinsteuer, Ver- und Entschuldung, Arm und Reich national und international gesehen
- Fragen nach der sozialen Gerechtigkeit bzw. dem Menschenbild: "Ist der Mensch so viel wert, wie er verdient?"

Diese Aspekte gehören zur weltbürgerlichen Erziehung. Es darf nicht nur ein Thema für den Religionsunterricht bleiben. Geld bewegt die Welt, es sollte damit anfangen, die Schule zu bewegen.

Literatur
KENNEDY, MARGRIT: Geld ohne Zinsen und Inflation, ein Tauschmittel, das jedem dient. Goldmann TB 12341, München 1991
KINGMA, RENATE: Münzen und Geld. Ein Was-ist-Was-Buch. Tessloff Verlag, Hamburg 1997
Gerechtes Geld, gerechte Welt; Katalog zur Ausstellung mit Plakatmotiven und Erläuterungen, Seminar für freiheitliche Ordnung, Badstr. 35, 73087 Bad Boll (Tel. 071664/3573) Versand. Der Dritte Weg, Rappenbergstr. 64, 91757 Treuchtlingen
Religion betrifft uns. Bergmoser und Höller Verlag: Wirtschaftethik. Geld bewegt die Welt Nr. 1/2001

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Ausgabe 2/2002 von "Eine Welt in der Schule". Sie können diese Ausgabe jetzt herunterladen (1,5 MB).

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