Projekt "Eine Welt in der Schule"
Logo des Projekts "Eine Welt in der Schule"
Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

line decor
    Druckversion pdf-Icon    
line decor
 

Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.


Logo des Grundschulverbandes

 


Kumba - eine Kleinstadt in Kamerun
Andrea Pahl

 
Aktuelles
 
"Eine Welt" 1/2017Die November-Ausgabe von "Eine Welt in der Schule" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Grafik InklusionPop-up Ausstellung "Vielfalt in der BOX" in Bremen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Lehrer LämpelDie nächste Fortbildung: April 2018 Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Thailand-KisteDas Kombi-Paket für Neueinsteiger Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo des WettbewerbsStartschuss für den Wettbewerb "Eine Welt für alle" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo des GrundschulverbandsEine Resolution des Grundschulverbandes: Flüchtlingskinder - Wir sind verantwortlich und solidarisch Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Broschüre "Die große Globalisierung für kleine Leute"
Globales Lernen mit Grundschulkindern Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Titelabbildung des Orientierungsrahmens
Aktualisierter und erweiteter Orientierungsrahmen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Bücherstapel Klassensätze für Ihre Schule! Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Titel der Broschüre "Kinderrechte Bildung - Länderschwerpunkt Ruanda"Ruanda-Materialien für die Klassen 3-7 Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Der Online-Katalog des Projekts Der Online-Katalog des Projekts Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo der EWIK
Im Fokus: Flucht und Asyl Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Online-Spiel Handy Crash Das Online-Spiel Handy Crash Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Buchtitel "African Kids"Neue Materialien für die Ausleihe Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo von HelpAge Deutschland e.V.Materialien zum Thema "Altwerden und Altsein bei uns und weltweit" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Unterrichtspaket von Ärzte ohne GrenzenMaterial "Humanitäre Hilfe" von Ärzte ohne Grenzen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Diese Arbeit macht mich krankMaterial zum Thema Kinderarbeit in Sambia Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Werde Aktivist/inWerde Aktivist*in! – neues Aktionsheft Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Eine Welt für KinderMaterial für Kindergarten und Schule & Sonderheft zum Thema Konsumgüter Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Indonesien-KisteNeu in der Ausleihe: Tansania-Kiste Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
ErziehungsratgeberFür Eltern! Wie Sie Kindern fremde Kulturen näherbringen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Regelmäßiger Newsletter Mehr >>>
 
Grüne Linie

 

 


Warum der Länderschwerpunkt Kamerun?

Landkarte von Kamerun Auf unserer überregionalen Lehrerfortbildungstagung im November 1996 war eines der angebotenen Themen das Land Kamerun. Zum Thema Kamerun gibt es schon gutes Unterrichtsmaterial für die Grundschule. Zum Beispiel die Arbeitsmappe von Misereor: Materialien für Kindergarten und Grundschule, J. BERN-HAUSER/K.H. STOCKHEIM: "Kinder erleben die Dritte Welt", die schon seit 1977 für den Unterricht angeboten wird. Diese Arbeitsmappe ist vielen Kolleginnen und Kollegen bekannt und wird immer noch oft und gerne aus unserem Archiv entliehen. Schwerpunkt dieser Mappe sind zwei Mädchen, die in Alme´, einem Dorf in Kamerun leben. Das Dorfleben dieser beiden Mädchen wird anschaulich beschrieben und durch zahlreiche Bilder dargestellt. Die Mappe enthält zusätzlich eine Fülle anregender Materialien (Karten, Spiele, Länderinformationen sowie Überlegungen zur Didaktik und Methodik). Warum also das Rad neu erfinden und das Thema ein weiteres Mal auf einer Fortbildung erarbeiten? Diese Frage stellten sich selbst einige Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe.
Auslöser waren für mich zwei Faktoren:
Zum einen das "Problem", dass Afrika im schulischen Bereich immer noch stark von seiner dörflichen Seite präsentiert wird. In zahlreichen Befragungen von Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen nach ihrem Afrikabild, ist immer noch die Vorstellung vom Leben auf dem Lande prägend. Rundhütten, einfaches Leben, Wüste oder Steppe, Wassermangel, Armut oder glückliche Eintracht mit Flora und Fauna. Natürlich sind die Bilder inzwischen durchaus differenzierter geworden. Viele Schülerinnen und Schüler wissen mittlerweile, dass Afrika nicht nur Hunger, Krieg und Elend bedeutet und sich dieser Kontinent aus vielen sehr verschiedenen Ländern zusammensetzt. Dass jedoch zahlreiche Menschen dort in Städten leben und wie dieses Stadtleben aussieht, ist vielen nicht bekannt. Eine Beobachtung, die mir auch von zahlreichen Afrikanern, die bei uns in Deutschland leben bestätigt wurde. Sie stießen immer wieder auf Erstaunen, wenn sie den Menschen hier von ihrem Stadtleben, von Schulen und Universitäten, dem Großstadtverkehr, Einkaufszentren, Diskotheken, etc. erzählten. Erwartet wurden eher Berichte von typischen afrikanischen Landschaften, Hitze, Dorfidylle und einem angenehmen Zusammensein in der Großfamilie mit vielen Festen und Musik.
Der zweite Faktor, warum das afrikanische Stadtleben ausgerechnet an Kamerun angebunden werden sollte, war ein ganz pragmatischer: Ein Student aus Kamerun, der aus einer Großstadt kommt, hatte Interesse und Lust in unserer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Mit ihm zusammen bin ich als erstes die schon vorhandenen Materialien durchgegangen. Er war zunächst sehr positiv überrascht, wie viele Bücher und Medien es über sein Land alleine in unserem Archiv gibt. Viele Dinge kannte er schon, aber einiges über sein Land war auch ihm neu. Schnell stellten wir jedoch fest, dass es kaum möglich war, eine Darstellung des Lebens zu finden, welches er in Kamerun geführt hat. Man kann sich das vorstellen, als wenn jemand aus Hamburg oder Köln im Ausland nur mit Informationen über das deutsche Landleben konfrontiert wird und vielleicht sogar noch mit speziellen Riten aus Bayern oder Sachsen, die ihm keinesfalls bekannt sind. Das ist faszinierend, zumal wenn ein Ausländer diese Riten dann auch noch besser kennt als man selbst und sie womöglich für absolut landestypisch hält. Nach diesen ersten Eindrücken, waren wir jedenfalls beide hoch motiviert, mal den Versuch zu starten, ein anderes Afrikabild vorzustellen.

Wieso Kumba?
Wie es der Zufall dann immer so will, kam in unsere Arbeitsgruppe nun noch ein dritter Faktor hinzu. Ein Teilnehmer, Emmanuel Fritzen, hatte einige Jahre als Lehrer in Kamerun verbracht und zwar in Kumba, einer Kleinstadt im Süden Kameruns. Aus dieser Zeit hatte er zahlreiche Fotos und Informationen gesammelt. Auch eine Ausstellung war schon entstanden, die Grundschulkinder über das Leben in dieser Stadt informieren sollte.
Diese Ausstellung und auch weitere Fotos und Informationen dieses Kollegen bildeten nun ein sehr gutes Ausgangsmaterial für die Unterrichtsplanung in unserer Arbeitsgruppe.
Ein zusätzlicher Aspekt, der uns an der Stadt Kumba von Anfang an gut gefiel, ist die Tatsache, dass Kumba im Süden Kameruns liegt und damit sozusagen im Grünen. Die Bilder von der Umgebung Kumbas faszinierten die Gruppe. Regenwald, Schlingpflanzen und große Seen bildeten auch für uns einen Kontrast zu den üblichen Bildern Afrikas. Kamerun bietet eine Vielzahl von verschiedenen Landschaften: Berge, Hochebenen, Savanne, Küstengebiete, große Seen und eben auch Regenwald. Diese ganze Vielfalt, schon alleine innerhalb eines afrikanischen Landes wollten wir den Kindern unbedingt vorstellen. Auf diese Weise sollten sie neben den bekannten und erwarteten Bildern (eher aus dem Norden Kameruns) auch neue Eindrücke (Berge, Regenwälder, usw.) und somit ein vielfältigeres Bild von afrikanischen Landschaften bekommen.

Johannes mit seinen Mitschülerinnen und MitschülernJohannes
Beim Sichten der vorhandenen Materialien erregt ein Foto sofort die Aufmerksamkeit der ganzen Gruppe. Abgebildet ist eine Schulklasse vor dem Schulgebäude in Kumba. Man sieht die Klasse l a der St. Anthony's Grundschule. Die Klasse hat 61 Schülerinnen und Schüler. Alles dunkle Kinder bis auf einen blonden Schöpf in der letzten Reihe - Johannes, der Sohn von Emmanuel Fritzen. Das Bild faszinierte uns sofort. Einerseits die auch uns vertraute Klassenfotoatmosphäre (Schüler, daneben der Lehrer, artig vor ein Gebäude dekoriert), andererseits das Fremde des Bildes, die große Anzahl der Schüler, die farbigen Kinder und den auffälligen einzelnen blonden Jungen.
Schnell war klar, dieses Foto sollte das Einstiegsbild für unser Unterrichts vorhaben sein. Emmanuel Fritzen konnte auch bestätigen, dass dieses Bild bei der Ausstellung die Kinder fasziniert hatte. Viele Fragen kommen sofort auf: Ist das eine einzige Klasse, wie kommt der blonde Junge dorthin, wo ist das Foto gemacht worden, was für ein Gebäude ist im Hintergrund, usw...?
Nachdem die Kinder erfahren haben wo das Foto aufgenommen worden ist und wieso Johannes in Kamerun in die Schule geht, wollten wir Johannes auch zur Leitfigur des gesamten Themas machen. Somit haben die Kinder eine vertraute Figur in ihrem Alter, die ihnen die Stadt Kumba und das Leben dort in Kamerun vorstellen kann. Das Einstiegsfoto bot uns auch noch den Vorteil, dass die Kinder sich gleich sehr gut in die Situation von Johannes hineinversetzen können. Wie fühlt man sich wohl, wenn man so auffällig anders aussieht? Welche Fragen haben die Kinder aus Kumba an Johannes gestellt?

Wir wählen Schwerpunkte
Um nun einen roten Faden in das Thema zu bekommen und gleichzeitig einen flexiblen Einsatz der Materialien zu gewährleisten, einigten wir uns auf verschiedene Themenschwerpunkte:
Die Hauptgeschäftsstraße von Kumba· Johannes in der Schule
· Kinder im Alltag
· Wie wohnen die Freunde von Johannes?
· Bilder der Stadt Kumba
· Besondere Schulveranstaltungen
· Regenwald
· Essen
Zu jedem dieser Schwerpunkte stellten wir einige Fotos zusammen und entwickelten kurze Texte dazu.
Insgesamt entstand nach langen Diskussionen dann folgendes Materialpaket:
61 Karteikarten, die für die Lehrerinnen und Lehrer eine Grundlage zur Planung ihrer eigenen didaktischen Konzeption bilden sollen. Die Karten (DIN A5) bestehen aus einem Foto mit dazugehörigem Text und sind laminiert. Der Text ist so verständlich formuliert, dass die Karten auch direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Zu jedem Themenkreis gibt es mehrere Karten. Zusätzlich zu den Karteikarten wurden von der Arbeitsgruppe noch zwei Diareihen (A und B) zusammengestellt, da auf einem Dia immer mehr zu sehen ist, als auf den kleine Fotos, Auf den Karteikarten gibt es jeweils Querverweise zu den Dianummern, so dass es jedem möglich ist die Dias für die Klasse entsprechend zu kommentieren.
In der Diaserie A wird ein Tagesablauf von Johannes dargestellt. Er beginnt mit Johannes in der kameruner Schule. Auf dem Heimweg begleiten wir Johannes durch die Stadt Kumba. Nachmittags trifft sich Johannes mit seinen Freunden. Zum Schluss gibt es noch Eindrücke von der Umgebung.
In der Serie B sind weitere Bilder nach Themengruppen zusammengestellt. Sie kann ergänzend zu der Serie A oder zu einzelnen Karteikarten gezeigt werden.
Insgesamt waren wir alle von dem Ergebnis unserer Arbeitsgruppe sehr angetan. Aus dem reichlichen Material ist ein anregendes Paket entstanden, was es ohne viel Zusatzmaterial ermöglicht einen Einblick in das Leben einer Stadt in Kamerun für Grundschulkinder verständlich darzustellen.
Die Karteikarten, die Diaserien und noch weiteres Informationsmaterial zu Kamerun können beim Projekt "Eine Welt in der Schule" in Bremen entliehen werden.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Ausgabe 3/1998 von "Eine Welt in der Schule". Sie können diese Ausgabe jetzt herunterladen (2,4 MB).

Spendenhinweis

Seitenanfang


Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.

Universität Bremen - Fachbereich 12
Erziehungs- und Bildungswissenschaften

Gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Logo der Universität Bremen

Logo des Bundesmnisteriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit


 
[Impressum] - Copyright © Projekt "Eine Welt in der Schule" 1999-2017 - Universität Bremen-FB 12 - Bibliothekstraße (Sportturm Raum 5185) - 28359 Bremen - Tel. +49 421 218-69775 - einewelt@uni-bremen.de