Projekt "Eine Welt in der Schule"
Logo des Projekts "Eine Welt in der Schule"
Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

line decor
    Druckversion pdf-Icon    
line decor
 

Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.


Logo des Grundschulverbandes

 
Minderheiten im Unterricht
Einführung in die Thematik
Wolfgang Brünjes
 
Aktuelles
 
"Eine Welt" 1/2017Die November-Ausgabe von "Eine Welt in der Schule" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Grafik InklusionPop-up Ausstellung "Vielfalt in der BOX" in Bremen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Lehrer LämpelDie nächste Fortbildung: April 2018 Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Thailand-KisteDas Kombi-Paket für Neueinsteiger Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo des WettbewerbsStartschuss für den Wettbewerb "Eine Welt für alle" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo des GrundschulverbandsEine Resolution des Grundschulverbandes: Flüchtlingskinder - Wir sind verantwortlich und solidarisch Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Broschüre "Die große Globalisierung für kleine Leute"
Globales Lernen mit Grundschulkindern Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Titelabbildung des Orientierungsrahmens
Aktualisierter und erweiteter Orientierungsrahmen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Bücherstapel Klassensätze für Ihre Schule! Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Titel der Broschüre "Kinderrechte Bildung - Länderschwerpunkt Ruanda"Ruanda-Materialien für die Klassen 3-7 Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Der Online-Katalog des Projekts Der Online-Katalog des Projekts Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo der EWIK
Im Fokus: Flucht und Asyl Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Online-Spiel Handy Crash Das Online-Spiel Handy Crash Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Buchtitel "African Kids"Neue Materialien für die Ausleihe Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo von HelpAge Deutschland e.V.Materialien zum Thema "Altwerden und Altsein bei uns und weltweit" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Unterrichtspaket von Ärzte ohne GrenzenMaterial "Humanitäre Hilfe" von Ärzte ohne Grenzen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Diese Arbeit macht mich krankMaterial zum Thema Kinderarbeit in Sambia Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Werde Aktivist/inWerde Aktivist*in! – neues Aktionsheft Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Eine Welt für KinderMaterial für Kindergarten und Schule & Sonderheft zum Thema Konsumgüter Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Indonesien-KisteNeu in der Ausleihe: Tansania-Kiste Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
ErziehungsratgeberFür Eltern! Wie Sie Kindern fremde Kulturen näherbringen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Regelmäßiger Newsletter Mehr >>>
 
Grüne Linie

 

 


Auf einer überregionalen Lehrerfortbildungstagung im Herbst 2001 boten wir das Arbeitsgruppenthema "Minderheiten" an. Anlass war, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema auf den vorherigen Tagungen von den Lehrerinnen und Lehrern gewünscht wurde. Wir gingen auf dieser Tagung von der Definition aus: "Minderheiten sind Gruppen von Menschen, die sich in einem Merkmal oder in mehreren Merkmalen tatsächlich oder angeblich von der Mehrheit unterscheiden." Im Lernbereich "Eine Welt" kommt natürlich noch häufig die Erweiterung hinzu, dass die "... Mitglieder der Minderheit trotz ihrer Staatsangehörigkeit ethnische, religiöse oder sprachliche Kennzeichen aufweisen, die vom Rest der Bevölkerung verschieden sind und die vom Willen, ihre Kultur, Traditionen, Religionen oder Sprache zu schützen, bestimmt werden."
Die Relevanz einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesen Themenfeld wird den Bürgerinnen und Bürgern der Bundesrepublik Deutschland bereits durch die jüngere Geschichte des eigenen Staates vor Augen geführt. Als Folge dieser barbarischen "Politik" des Verfolgens und Ermordens von Minderheiten schrieben die Gründerväter der Bundesrepublik den Gleichheitsgrundsatz und unter anderem folgenden Passus in unser Grundgesetz: "Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Ausgrenzungen und Benachteiligungen gibt es allerdings in der Bundesrepublik Deutschland auch heute noch oder wie soll man es verstehen, wenn vermeintliche "Ausländer" nicht in Diskotheken hineingelassen werden oder Frauen für die gleiche Arbeit einen geringeren Lohn erhalten. Doch sind diese Verstöße gegen die Verfassung bei uns im Allgemeinen nicht existenzgefährdend.
Anders sieht es in einigen anderen Staaten bzw. Regionen auf unserem Erdball aus. So formuliert es Regina Riepe in ihrem Beitrag "Themenfeld Minderheiten" in diesem Heft folgendermaßen: "In manchen Gegenden der Welt, wie auf dem Balkan, in den kurdischen Heimatregionen oder in Ruanda kann es eine Frage auf Leben und Tod sein."

Das einzig richtige

Wenn die Uhr 11 ist
in Dänemark
Ist sie fünf in den USA
10 in London, 17 in China
und 13 bei Moskau
Was sind wir Dänen für ein
auserwähltes Volk
Dass wir ausgerechnet in
eben diesem kleinen gesegneten
Land geboren sind,
wo die Uhr 11 ist,
wenn sie 11 ist.
(Piet Hein)

Unterrichtsaufbau
Auf der Lehrerfortbildungstagung, zu der wir sehr viele unterschiedliche Materialien mitnahmen, kristallisierte sich schnell heraus, dass neben der Thematisierung der Gesamtproblematik, die von den Aromunen des Balkans bis zu den Yanomamis Südamerikas reicht, die inhaltliche konkrete Auseinandersetzung mit einer Minderheit (die regional durchaus eine Mehrheit sein kann!) erforderlich ist.
Die Unterrichtsmappe "Indianer gibt es überall - Unterrichtsmaterial zum Thema 'Indigene Völker'" (Arbeitsgemeinschaft Swissaid u.a./Schweizerisches Komitee für Unicef (Hrsg.), Verlag an der Ruhr, Mülheim 1994) listet die einzelne Punkte, wie ein Unterrichtsvorhaben aussehen kann, sehr gut auf. Auch wenn die Zielsetzung von der Thematik "Indigene Völker" bestimmt wird, behalten viele der dort genannten "Lehrziele" wie z.B.
- Bedrohung traditioneller Lebensformen durch die moderne Industrie- und Konsumgesellschaft erkennen
- überprüfen der eigenen Bilder und Wertungen von anderen Kulturen
- überprüfen verschiedener Umgangsformen von Mehrheiten mit Minderheiten
- Zusammenleben verschiedener Kulturen und Möglichkeiten der Konfliktbewältigung zwischen unterschiedlichen Kulturen kennen lernen"
auch bei einer Übertragung auf das Thema "Minderheiten" ihre Gültigkeit. Ebenso ist die Übernahme des fünfschrittigen Grundaufbaus für die Minderheitenthematik
1. Einstieg (Begriffe, Vorkenntnisse, eigene Bilder und Vorstellungen)
2. (Gruppen) Arbeit (z.B. Aborigines, Adivasi, ...)
3. Präsentation (Vorstellung in der Klasse: Präsentation/Zusammenfassung/Fragen an die anderen Gruppen)
4. Auswertung (Gemeinsamkeiten und Unterschiede, allgemeingültige Aussagen)
5. Abschluss (Vergleich und Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation)
denkbar.

"Die besten Wissenschaftler des 'europäischen Gedankenmodells' warnen die Welt. Sie möchten den Bewohnern biologisch empfindlicher Gebiete Selbstbestimmungsrecht garantieren. Aus globalen Gründen.
Es ist an der Zeit, neue Wertmaßstäbe zu setzen, zu überlegen, ob primitiv vielleicht nicht primitiv ist. Denn eine Kultur, die während Tausenden von Jahren im Einklang mit der Natur gelebt hat, kann nicht primitiv sein. Und Kultur, die in arktischer Landschaft fähig ist zu leben, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen, ist das nicht geniale, große Kultur?"

(Nils-Aslak Valkepää: Meine Heimat sind die Berge)

Wie Gisela Berszinn in dem Unterrichtsbeispiel "Indigene Völker auf unserer Erde" hervorhebt, gibt es zahlreiche indigene Völker, deren Überleben gefährdet ist. Somit ist es wichtig, auf einzelne dieser Völker hinzuweisen und die Schülerinnen und Schüler über einzelne Alltagsaspekte, über Traditionen und Problemsituationen in Kenntnis zu setzen und darüber hinaus für deren "Überlebenskampf", den viele dieser Völker Tag für Tag erneut führen müssen, zu sensibilisieren. Aufgrund der persönlichen Schwerpunktsetzung der Teilnehmerinnen und der Teilnehmer und aufgrund der zur Verfügung stehenden Materialien richteten wir auf der Tagung unseren Blick vor allem auf die Aborigines, die Basken und die Sorben.

Zu diesem Heft
Das Thema Minderheiten ist ein sehr breites Feld. Man kann nicht nur einzelne Zeitschriftenausgaben, sondern ganze Bücher mit einzelnen Minderheiten füllen. Diese Ausgabe haben wir so zusammengestellt, dass es unseres Erachtens einen Querschnitt durch das Themenfeld bietet.
In diesem Heft finden Sie Erprobungen, die die Minderheiten "Aborigines" und "Basken" in den Mittelpunkt des Unterrichts gerückt haben. (Eine Erprobung über die Minderheit "Sorben" findet gegenwärtig statt und wir hoffen, dass wir ein Unterrichtsbeispiel über diese wenig bekannte Minderheit im eigenen Land in einem unserer nächsten Hefte nachreichen können.)

Der bereits erwähnte Erprobungsbericht von Gisela Berszinn, der seinen Anfang auf der Lehrerfortbildungstagung nahm, teilt sich in zwei Unterrichtsschwerpunkte. Zum einen gibt er den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über verschiedene Minderheiten aus unterschiedlichen Erdteilen, zum anderen setzt er in einem zweiten Teil seinen Schwerpunkt bei den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens.
Es folgen einige Sachinformationen und einige Literaturtipps zum Thema "Aborigines" von Maria Breddermann.

BumerangEin weiterer Beitrag befasst sich ebenfalls mit den Ureinwohnern Australiens. Waltraud Holl-Giese verweist eingangs noch einmal auf die Relevanz des Themas und auf die Notwendigkeit derartige Themen im Sachunterricht aufzugreifen. Eva Sauren-Luckert, die zweite Autorin dieses Beitrags, hielt sich mehrere Monate in Australien auf. Die dort gemachten Begegnungen und Erfahrungen bilden die Grundlage ihres Erprobungsberichts.

Wappen "Euskadi"Abschließend erläutert der Beitrag "Ein Volk in Bewegung" von Reiner Rathgeber, wie das Thema "Basken" (ein wenig losgelöst von dem stets die Thematik überlagernden Inhalt "Terror-ETA") im Unterricht aufgegriffen werden kann.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Ausgabe 3/2003 von "Eine Welt in der Schule". Sie können diese Ausgabe jetzt herunterladen (2,3 MB).

Spendenhinweis

Seitenanfang


Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.

Universität Bremen - Fachbereich 12
Erziehungs- und Bildungswissenschaften

Gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Logo der Universität Bremen

Logo des Bundesmnisteriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit


 
[Impressum] - Copyright © Projekt "Eine Welt in der Schule" 1999-2017 - Universität Bremen-FB 12 - Bibliothekstraße (Sportturm Raum 5185) - 28359 Bremen - Tel. +49 421 218-69775 - einewelt@uni-bremen.de