Projekt "Eine Welt in der Schule"
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Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

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Indigene Völker auf unserer Erde
Von Sami bis Aborigines
Gisela Berszinn
 
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Indigene Völker unserer Erde sind z.B. die Sami in Skandinavien, die Roma in Rumänien, die Aborigines in Australien, die Yanomami in Südamerika, die Tuareg in Afrika und die Adivasi in Indien
Die Planung dieses Unterrichtsbeispiels begann auf einer Lehrerfortbildung des Projektes "Eine Welt in der Schule" in einer Arbeitsgruppe zum Schwerpunkt "Minderheiten".
Aufgrund der sehr guten Materialien und der umfangreichen Verfügbarkeit von Informationen zum Thema "Aborigines", sowie der hohen Faszination des Themas, sollte diese Minderheit den Schwerpunkt meines Unterrichtsvorhabens in einer vierten Klasse bilden. Gleichzeitig sollten die Kinder aber auch einen Gesamtüberblick über verschiedene Minderheiten aus unterschiedlichen Erdteilen kennenlernen. Somit entstanden im Grunde genommen zwei Unterrichtsschwerpunkte hintereinander: Im 1. Teil lernten die Kinder aus 4 Erdteilen je ein bedrohtes Volk kennen. Der 2. Teil des Vorhabens beschäftigte sich mit dem Leben der Aborigines in Australien.
Auf eine ausführliche Dokumentation des ersten Teiles soll in diesem Zusammenhang verzichtet werden. Zu jedem der vorgestellten Völker könnte man wieder ein eigenes Unterrichtsvorhaben planen, um diese ausführlich vorzustellen. Mir war an dieser Stelle wichtiger, den Kindern erst mal einen Einblick in die unterschiedliche Situation von Minderheiten zu geben und die Vielfalt dieser Kulturen zu verdeutlichen, um klarzustellen, dass es nicht bestimmte kulturelle Merkmale sind, die ein Volk zur Minderheit werden lassen.
Die sehr ausführliche Beschäftigung mit den Aborigines, im Anschluss an diesen ersten Teil, lässt dann eine dieser Kulturen für die Kinder wirklich greifbarer werden.

Teil I: Indigene Völker in Europa, Asien, Afrika, Südamerika

Europa: Die Sami in Nordskandinavien
Die Kinder bekamen von mir folgende Textinformation über die Sami:

Das Volk mit dem Namen "Sami" ist bei uns unter dem Namen "Lappen" bekannt. Sie leben vorwiegend im nördlichen Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland). Heute gibt es ungefähr noch 40000 bis 60000 Sami. Man vermutet, dass dieses Volk schon mehr als 10000 Jahre alt ist. Ursprünglich lebten die Sami als Fischer, Jäger und Beerensammler. Sie waren Nomaden, d.h. sie wohnten nicht an einem Ort und zogen immer weiter. Vor ungefähr 3000 Jahren begannen die Sami Rentiere zu zähmen. Ein Sami-Dichter schrieb: "Und wenn wir irgendwo wohnten, in Zelten und unter Schutzdächern, geschah dies nicht immer am gleichen Ort und nie so lange, dass die Natur darunter gelitten hätte ..." Die Sami fühlten sich eins mit der Natur. Heute sind viele Sami sesshaft. Auch die Rentierzüchterfamilien haben in der Regel ein festes Winterhaus und einen Sommerplatz mit einer Hütte.
Sie haben eine eigene Sprache, die auch in den Schulen gelehrt wird, die vorwiegend von samischen Kindern besucht werden.

Ich erarbeitete mit den Kindern gemeinsam diesen Text, zeigte ihnen Fotos und die entsprechenden Gebiete auf der Landkarte. Ein Gedicht eines Sami-Dichters wurde interpretiert und auf ein Schmuckblatt geschrieben.

Asien: Die Adivasi in Indien

Die Adivasi sind indische Ureinwohner, die seit vielen tausend Jahren in den Wäldern dieses großen Landes leben. Heute ist nicht nur die Kultur, sondern überhaupt das Überleben der Adivasi bedroht, denn auch in Indien wird immer mehr Wald zerstört. Dadurch verlieren die Adivasi ihre Lebensgrundlage und sind gezwungen in die Randgebiete und Slums der großen Städte umzusiedeln. Dort versuchen sie mit Gelegenheitsarbeiten etwas Geld zu verdienen, können jedoch ihre eigentlichen Fähigkeiten nicht ausnutzen und ihre Kultur im Stadtgebiet nur sehr eingeschränkt leben.

Die Arbeitsschritte der Kinder zu diesem Themenschwerpunkt ähnelten denen des 1. Themas. Anhand von Informationstexten, diesmal vorwiegend aus der Kinderzeitschrift "Mücke", Landkarten und Bildern erfuhren die Kinder etwas über die Lebensweise der Adivasi und über die Problematik des Staudammbaus, dessen Folgen das Leben dieses Volkes beeinflussen und bedrohen.

Afrika: Die Tuareg in Nordwestafrika
Aufgrund des guten, umfangreichen Materials und des großen Interesses der Kinder wurde dieses Thema etwas ausführlicher behandelt. Zunächst bekamen die Kinder wieder einen Informationstext:

Die Tuareg sind Nomaden, die in den nördlichen Wüstengebieten Afrikas lebten und leben. Sie sind ein Volk, das über Jahrhunderte gelernt hat, sich den extremen Lebensbedingungen (Klima) dieser Region anzupassen.
Die Tuareg bezeichnen sich selbst als "Imohagh", das bedeutet "die Freien", "die Unabhängigen". Andere nennen sie auch die "Herrscher der Wüste". Doch das ist längst vorbei.
Heute droht ihr Volk unterzugehen. Die Sahara (ihr Lebensraum) ist durch Grenzen zerschnitten. Dadurch wurde ihr Lebensraum eingeengt und sie wurden gezwungen immer sesshafter zu werden. Durch Kriege und Dürrekatastrophen sind zudem viele Tuareg gestorben. Zurzeit leben ungefähr eine Million Tuareg in den afrikanischen Staaten Algerien, Mali, Libyen und Niger.
Früher zogen die Tuareg mit ihren Kamelkarawanen durch die Wüste und transportierten Salz, Tee, Mais, Hirse und Schmuck. Obwohl die meisten Tuareg heute nicht mehr als Nomaden leben, gibt es dennoch Karawanen, die immer noch mit ihren Kamelen durch die Wüste ziehen.

Folgende Arbeitsschritte habe ich mit den Kindern zu diesem Thema vorgenommen:
- Einstellen auf das Thema durch Fotos der Tuareg
- Schmuck der Tuareg, Fotos von Kamelen
- bunte Tücher (für den Targelmust)
- Vorlesetext "Mit der Salzkarawane durch die Wüste" (Mücke 2/90)
- Film "Menschen am Rande der Sahara"
- Aufarbeitung des Films (u.a. Nacherzählung, Info-Text erstellen)
- Kochen des Hirsebreigerichts "Erale" (siehe "Eine Welt"-Heft 4/1990)

Nebenher wurde im Fach "Kunst" ein Wandfries "Kamelkarawane" hergestellt.
Im Fach "Textiles Gestalten/Gestaltendes Werken" wurde das Projekt "Herstellen eines Tuaregzeltes" begonnen, das mehrere Wochen in Anspruch nahm (Zeltunterbau aus Holz werken, Teppiche weben und flechten, Geschirr töpfern, Zeltplane aus Kuhfellresten, Jute und Lederresten nähen). In dem Unterrichtsvorhaben wurden diese Stunden nicht berücksichtigt.

Südamerika: Yanomami an der Grenze von Brasilien und Venezuela

Die Yanomami leben in Südamerika an der Grenze von Brasilien und Venezuela im tropischen Regenwald. Zur Zeit gibt es ungefähr noch 10000 Yanomami. Sie leben als Teilnomaden vom Fischen, Jagen und Sammeln. Der bewusste Umgang mit der Natur bestimmt das Leben dieser Menschen. Sie benutzen das, was in der Natur ihrer Umgebung vorkommt, zum Leben, so zum Beispiel Holz für den Bau der Gemeinschaftshäuser oder Bambus- und Knochenspitzen für die Herstellung von Jagd- und Kriegswaffen.
Die Yanomami sind keineswegs die "letzten Indianer" Brasiliens, aber sie sind das einzige größere Volk in den südamerikanischen Regenwäldern, das noch einigermaßen ursprünglich lebt.

Mit Hilfe folgender Arbeitsmittel versuchte ich dann den Kindern eine Vorstellung vom Leben der Yanomami zu vermitteln:
- Lesetexte aus dem eingeführten Lesebuch "Jo-Jo", 4. Schuljahr.
a) "Der tropische Regenwald ist dir nah"
b) "Der große Kapokbaum"
- Info-Texte aus "Indianer gibt es überall"
- Landkarte

Insgesamt habe ich bei der unterrichtlichen Behandlung dieser 4 Völker immer möglichst ähnliche Methoden gewählt, um den Kindern ein vergleichbares Vorgehen bei allen Kulturen zu ermöglichen und die Arbeit mit der Landkarte und dem Globus zu üben.
An der großen Info-Wand hing die Weltkarte mit Fotos, Texten, Symbolen. Die Bundesrepublik und die Erdteile mit den entsprechenden Landesteilen, die wir besprochen haben wurden durch einen roten Faden markiert.
Jedes Kind legte eine Mappe an, wobei jedes Volk in einer anderen Farbe dargestellt wurde. In der Mappe wurde dem jeweils behandelten Volk die Kopie einer Weltkarte vorangestellt, auf der die BRD und der entsprechende Lebensraum des Volkes markiert wurden.
Für Teil I des Unterrichtsvorhabens wurden ungefähr 12 Stunden benötigt. Als Einstieg zum Thema "Aborigines" scheint dieser 1. Teil, wie schon gesagt, sehr umfangreich (bei den "Tuareg" ist allerdings weniger möglich), doch hielten wir es für wesentlich, die "Aborigines" als indigenes Volk in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Die Begeisterung der Kinder und das sensible Interesse, welches sie dann bei der ausführlichen Behandlung der Aborigines zeigten, bestätigten uns den Sinn dieser Planung.

Teil II: Aus dem Leben der Aborigines

Das Material zum Thema Aborigines wurde im Klassenraum ausgestelltEinstieg zum Thema: Die Kinder sollten in der 1. Stunde das Thema mit allen Sinnen erfassen:
1. An der Wand hing eine Landkarte von Australien.
2. Von einem davor stehenden Tisch konnten sich die Kinder Tee holen, zu trinken aus Bechern oder Kokosschalen.
3. In der Stuhlkreismitte lagen
- ein Stoff-Känguru
- zwei Didgeridoos
- Fotos von Wandmalereien
- Foto vom Koala-Bären
- Foto von Aborigines in Körperbemalung
- Foto vom Ayers Rock
- Kunstdrucke mit "Aborigine-Kunst" (dots-painting)
- Kinderzeitschrift "Mücke", Thema: Australien
- Lederflicken
Als die Kinder den Raum betraten, hörten sie Didgeridoo-Musik. Ihre Aufgabe war, sich die ausgelegten Materialien ungefähr 20 Minuten schweigend anzuschauen, auf die Musik zu hören und (freiwillig) Tee zu trinken (es tranken alle). Anschließen sollten sie eine Schreibaufgabe (3 verschieden farbige Karten mit je einer Frage) bearbeiten. Die Karten befanden sich ebenfalls auf dem Tisch und gliederten sich in drei Fragen:
- Was weiß ich schon von Australien?
- Was möchte ich wissen?
- Was gefällt mir an Australien?
Anschließend trafen sich alle im Sitzkreis. Eine lebhafte Fragerunde begann, in der einige Fragen beantwortet wurden, die Beantwortung anderer aber auf die nachfolgenden Stunden zurückgestellt wurde.
Es schloss sich ein Informationsblock mit Texten, einer großen Landkarte sowie zahlreichen Fotos an, in dem über die Geschichte des Volkes informiert wurde.
Anschließend wurde versucht, den Begriff "Traumzeit" - auch in Europa als Begriff bekannt und mit den Aborigines verbunden - zu erfassen. Wie alle anderen Menschen auf dieser Erde haben auch die Aborigines eine eigene Vorstellung davon, wie die menschliche Welt erschaffen wurde. Für sie begann alles mit einer mythischen Schöpfungszeit - in unsere Sprache und Vorstellungswelt übersetzt: die Traumzeit. Die Kinder bekamen einen ausführlichen Text über die Traumzeit als Arbeitsblatt.
Da auch die Märchen der Aborigines mythische Elemente enthalten, die die Kinder sehr ansprechen, schloss sich nun der Baustein "Märchen" an.

Märchen der Aborigines:
Aus Zeitmangel haben wir uns nur auf einige Märchen beschränkt. Begonnen wurde mit dem Bilderbuch "Der Riese Turramulli". Weitere Märchen aus dem Buch "Didgeridoo und Känguru" folgten. Es waren:
- Die Geschichte vom Känguru und dem Dingo
- Die Geschichte von der Minifrau
- Die Geschichte von Ungud, der Regenbogenschlange
Die Märchen wurden gelesen, nacherzählt, gestaltet und das Ende weitererzählt. Gerade über die Märchen einer anderen Kultur kann man sehr einfühlsam in die Vorstellungswelt fremder Völker Einblick nehmen und den Kindern ist die Beschäftigung mit den Märchen noch sehr vertraut.
Ein weiterer Bereich, der größeren Raum einnahm und die Kinder sehr fesselte, war die Kunst der Aborigines:

Zum Beispiel die Felsmalereien:

Die Felsmalereien gelten als die älteste Kunstform der ganzen Welt. In Nord- und Zentralaustralien befinden sich Felsmalereien, die vermutlich 60000 Jahre alt sind. Bei diesen Bildern handelt es sich meist um Abbildungen von kleinen Geistern, Jagdszenen und Tieren. Die Aborigines meinen, dass es sich hierbei um "... Fußabdrücke und Spuren der Traumzeitwesen handelt. Manche der Traumzeitwesen sollen die Bilder auch gemalt haben und sind dann eines Tages in ihre Malereien hineingekrochen." Die Aborigines sehen es als ihre Aufgabe an, die Felsbilder zu pflegen, sie erneuern seit mehreren tausend Jahren die Farben der Bilder.
Sie malten Dinge, die für sie und ihr Leben besonders wichtig sind: Wasser als lebensnotwendiges Element. Tiere, die darin lebten und solche, die mit Wasser in Verbindung gebracht wurden.
In vielen anderen Felsbildern sind geometrische Formen zu erkennen, die symbolische Bedeutung haben. Ein Kreis kann ein Zeichen sein für ein Wasserloch, eine Feuerstelle oder auch für einen Platz, an dem sich Menschen versammeln. Die Art und Weise, wie die Aborigines ihre Bilder gemalt haben, hat sich im Laufe der Zeit verändert.

In unserem Unterrichtsvorhaben haben wir uns mit dem "Röntgenstil" beschäftigt. Bei diesem Stil sind bei den dargestellten Wesen nicht nur die äußere Form, sondern auch die inneren Organe oder Skelette zu erkennen, "... als ob man in sie hineingucken könnte." Der Röntgenstil wird vermutlich seit ca. 3000 Jahren angewendet.
Kunstdrucke wurde im Vorfeld betrachtetEine Darstellungsmethode, die auf die Aborigines zurückgeführt wird, ist die Methode der "dots painting"-Malerei. "Ein dot ist ein Punkt. Die Aborigines waren die ersten Künstler, die Bilder malten, in denen sie kleine Punkte dicht nebeneinander setzten ..."
Die Kinder stellten Bilder her, in der beide Kunstarten kombiniert wurden. Da die Arbeit an den Bildern einige Zeit vor Muttertag begonnen wurde, wurde aus diesen Bildern ein Muttertagsgeschenk. Die Kinder malten mit Deckfarben. Sie benutzten keine Pinsel (da diese leicht klecksten), sondern sie verwandten als Handwerkszeug verschieden starke Buntstifte, vor allem die "Dickis", die sie in die Farben des Malkastens tauchten. Nach mehreren Tupfen auf Leder oder auf Packpapier musste die Farbe erneuert werden. Es empfiehlt sich, nicht zu viel Wasser zu verwenden.
Die Schülerinnen und Schüler stellten anschließend Bilder nach der "dots painting"-Methode herWährend der Arbeit der Kinder, am Stundenanfang oder auch am Stundenende wurde in Fortsetzung die Geschichte "Der Alte aus der Traumzeit" vorgelesen (aus: "Auf der anderen Seite der Erde", siehe Anhang). Dieser Text erwies sich als geeigneter Übergang zum letzten Teilbereich des Unterrichtsvorhabens "Aborigines heute".

Aborigines heute:
Außer dem oben erwähnten Text "Der Alte aus der Traumzeit" erhielten die Kinder Informationen aus einem Zeitungsartikel, der auf die Problematik der heutigen Aborigines hinweist. Außerdem brachten einige Kinder von zu Hause auch zu dieser Thematik Material mit, das, soweit es für die Kinder verständlich war, gemeinsam besprochen wurde.
Gerne hätte ich diesen Bereich noch weiter ausgebaut, doch leider neigte sich das Schuljahr so langsam dem Ende zu und die Zeit lief uns davon.
Alle Arbeitsergebnisse des 2. Teils des Vorhabens waren ebenfalls Bestandteil der Mappe, die die Kinder schon im ersten Teil angelegt hatten. Während der gesamten Zeit haben viele Kinder Material von zu Hause mitgebracht, z.B. Bücher, Informationen aus dem Internet, von CD-Roms, Landkarten, Zeitschriften.
Das zeigt das Interesse der Kinder, das über einen durchaus langen Zeitraum erhalten blieb. Für den 2. Teil wurden immerhin ungefähr noch 20 Stunden benötigt.

Rückblick
Nach eigener Einschätzung und Rücksprache mit den Kindern glaube ich, dass die Kinder im Verlauf dieser Einheit zu folgenden Einsichten kommen konnten: Es gibt eine Vielfalt von Lebensformen, die sich von unseren unterscheiden und die dennoch die gleiche Wertschätzung von uns erfahren.
Es gibt auf unserer Erde eine Anzahl von Völkern, mit zum Teil hochentwickelten Kulturen, deren ursprüngliche Lebensweise heute kaum noch möglich und deren Existenz durch die zunehmend technisierte, materialistisch ausgerichtete Welt bedroht ist.
Alle Menschen, auch wir, tragen eine Verantwortung dafür, dass diese Minderheiten ihre Kultur, ihre Tradition, ihre Werte leben können und somit die Identität ihre Volkes erhalten bleiben kann.
Insgesamt hat den Kindern die Behandlung des Themas "Minderheiten" sehr viel Spaß gemacht und sie zu Fragen und Nachforschungen angeregt. Trotz des großen Stundenumfanges waren sie bis zum Schluss mit Interesse bei der Sache und haben sich sehr bemüht eine Vorstellung vom Leben der einzelnen Kulturen zu bekommen.

Literatur
P. BUDDE: Weltmusik für Kinder - Didgeridoo und Känguru/CD - Australische Lieder, Tänze und Geschichten. Münster 2001
GEO Heft 1/86 und 6/93 "Australien" und Geo spezial Heft 1/2002
HÖFELE/STEFFE: In 80 Tönen um die Welt - Eine musikalisch-multikulturelle Erlebnisreise für Kinder mit Liedern, Tänzen, Spielen, Basteleien und Geschichten. Münster 2000
M. SCHULTZE: Sag mir, wo der Pfeffer wächst - Eine ethnologische Erlebnisreise für Kinder. Münster 1998
M. SCHULTZE/M. ANSORGE: Didgeridoo und Känguru - Auf den Spuren fremder Kulturen. Münster 2001
TREZISE/ROUGHSEY: Der Riese Turramulli. Göttingen 1990
UNICEF-Schweiz/Verlag an der Ruhr (Hrsg.): Indianer gibt es überall - Unterrichtsmappe zum Thema "Indigene Völker".
Mülheim an der Ruhr 1994
UNICEF: Kinder aus aller Welt, LÖWE 1995

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Ausgabe 3/2003 von "Eine Welt in der Schule". Sie können diese Ausgabe jetzt herunterladen (2,3 MB).

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