Projekt "Eine Welt in der Schule"
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Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

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"Eine Welt" in den Klassen 1 bis 10

 
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Prof. Dr. Rudolf Schmitt

Wir haben inzwischen gelernt, die Welten Eins bis Drei zusammen zu sehen in der "Einen Welt", vielleicht sollten wir auch lernen, die Schulklassen eins bis zehn als eine Einheit zu begreifen, zum Wohle der Kinder und Jugendlichen, für die "Übergänge" zwischen den Schulsystemen nur allzu oft Brüche in ihren Lernbiographien bedeuten. Die vielfältigen Bruchstellen aufzuzeigen, inhaltlich, methodisch, kognitiv, emotional usw. wäre ein leichtes, hier möchte ich mich auf die Darstellung der didaktisch-methodischen Prinzipien zur Behandlung der "Eine Welt"-Thematik in den Klassen 1 bis 10 beschränken.

Meine Grundthese lautet: Pädagogisch-didaktische Prinzipien, die sich in der Grundschule bewährt haben, gelten auch für die weiterführenden Schulen.

Das gilt z.B. für den fächerübergreifenden Unterricht, für das Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand, für selbstbestimmtes Lernen und vieles mehr. Was bei den Heranwachsenden von Klasse 1-10 jedoch kontinuierlich zunehmen sollte, sind die kognitive Breite und Differenziertheit, die persönliche Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, das emotionale Engagement und die Handlungsspielräume.

Didaktisch-methodische Prinzipien

1. Alle Bemühungen um ein partnerschaftliches Verhältnis zu Menschen in der fernen "Dritten Welt" müssen eingebettet sein in eine umfassende Sozialerziehung in der Schulklasse. Diese Verankerung im lokalen Geschehen garantiert, dass die Beschäftigung mit den Problemen der scheinbar fernen Welt den Bewertungshintergrund der Kinder und Jugendlichen in Bewegung bringt, d.h. Betroffenheit und Engagement auslöst.


2. Wichtige Ziele der Sozialerziehung - z.B. Selbständigkeit, Kritikfähigkeit, kooperatives oder gar solidarisches Verhalten - erreichen Kinder und Jugendliche nur im Zusammenhang mit wirklichen sozialen Problemen. Kinder leben in keinem Schonraum. Leben in Gruppen, in der Familie, in einer über das Fernsehen täglich vermittelten Welt kann schön, aber auch spannungsgeladen sein. Geholfen wird den Heranwachsenden, wenn sie diese Wirklichkeit besser durchschauen und bewältigen lernen, auch am Beispiel anderer junger Menschen, die es eventuell noch schwerer haben. So ist z.B. das Thema "Kinderarbeit" durchaus geeignet, den Blick für zumutbare und unzumutbare, weil zerstörende Arbeitsbelastungen zu schärfen.


3. Die fremde "Dritte Welt" sollte nicht allzu sehr von der vertrauten Vorstellungs- und Erlebniswelt der Kinder und Jugendlichen abweichen. Zu vermeiden sind Exotik und allzu krasse Formen von Krankheit und Elend. Im Vordergrund stehen Ähnlichkeiten des alltäglichen Lebens. Dieses dritte Kriterium ist gleichsam eine Warnung vor zwei Fehlern, die vielen Unterrichtsvorhaben zum Thema "Eine/Dritte Welt" immer noch anhaften: das Abgleiten in bloße Folklore- andere Länder als die exotische Fremde -, oder die Reduktion der "Dritte Welt"- Problematik auf Hunger und Krankheit, ein Bild, das die Medien immer noch gerne und eindringlich vermitteln.


4. Für jüngere Kinder sollten Einzelepisoden zu Themenbereichen komponiert werden, so dass gleichsam in einem Transfer von "konkret" zu "konkret" allmählich die Komplexität der Zusammenhänge vermittelt werden kann. Dieser Grundsatz bringt Ruhe in ein Unterrichtsprojekt. Auch wenn man nicht alles sofort den Kinder vermitteln kann, so sollte man auf die Zeit vertrauen, in der sich die Bausteine nach und nach zusammensetzen. Ebenso brauchen die älteren Schülerinnen und Schüler Kontinuität bei der Behandlung der "Eine Welt"- Thematik - möglichst über ihre ganze Schulzeit hinweg.


5. Eine handlungsorientierte Vermittlung der Thematik (Rollenspiel, Aktionen, Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern) ist erforderlich, damit der Bewertungshintergrund bei den Schülerinnen und Schülern in Bewegung gerät. Von Vorteil ist die Einführung einer Identifikationsfigur (Mädchen oder Junge, möglichst im gleichen Alter wie die Schülerinnen und Schüler), um die sich alle Geschehnisse und Informationen ranken.


6. Die Schülerinnen und Schüler dürfen nicht mit unlösbaren Problemen allein gelassen werden. Zumindest eine simulierte, real-utopische Problemlösung sollte versucht werden, z. B. nach dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe". Das bedeutet nicht, dass die Probleme verharmlost oder die Beschwernisse ausgeblendet werden sollen. Es heißt nur, dass Heranwachsende eine konkrete Perspektive brauchen, die sie z. B. simulativ im Rollenspiel realisieren können.


7. Nicht Toleranz allein, schon gar nicht Mitleid, sondern Solidarität ist das Ziel eines Lernbereiches "Eine Welt" in der Schule. Solidarität wird dabei nicht verstanden als bloßer Zusammenhalt einer beliebigen Gruppe. Solidarität meint immer den bewussten Zusammenschluss von Unterdrückten bzw. Unterprivilegierten in der Absicht, ihre Lage durch gemeinsames Handeln zu verbessern und ihre Interessen gegenüber denjenigen durchzusetzen, die die Herrschaft ausüben. Zwei Formen der Solidarität sind möglich: Schwächere schließen sich gegen Stärkere zusammen oder einige Starke ergreifen die Partei der Schwächeren, in der Absicht, die Interessen der Schwachen gemeinsam mit diesen durchzusetzen.

Nicht unerwähnt soll sein, dass es institutionelle Rahmenbedingungen gibt, die die Behandlung des Themas "Eine Welt" in der Schule begünstigen und die es zu fordern gilt:
Das ist einmal der fächerübergreifende Unterricht, der umfangreiche Projekte erst ermöglicht.
Das ist das Prinzip der Kollegialität, die Zusammenarbeit mehrerer Lehrerinnen und Lehrer - auch über Schulen hinweg.
Das ist - je nach Alter der Schülerinnen und Schüler - die regelmäßige Einbeziehung der Eltern in die Planung, Durchführung und Bewertung der Arbeit in der Schule.

Die Schule ist keine pädagogische Insel, sondern ein Brennpunkt unseres gesellschaftlichen Lebens. In der Schule treffen harte soziale Gegensätze aufeinander. Gerade in Hinblick auf eine langfristige und verantwortbare Leistungsorientierung sollten wir die "Eine Welt"- Thematik nicht als Nebensache ansehen. Die "Eine Welt" ist letztlich kein Inhalt, sondern ein Prinzip, das für die Gestaltung des gesamten Lernangebotes der Schule Gültigkeit hat.

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