Projekt "Eine Welt in der Schule"
Logo des Projekts "Eine Welt in der Schule"
Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

line decor
    Druckversion pdf-Icon    
line decor
 
Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.

Logo des Grundschulverbandes
 
Stell dir "einen Afrikaner" vor!
Polaritätenprofile in den Klassenstufen 5 bis 10
Wolfgang Brünjes
 
Aktuelles
 
"Eine Welt" 4/2013
Die Dezember-Ausgabe von "Eine Welt" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Die nächste Lehrerfortbildung des Projekts Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Heft 1/2013SONDERHEFT zum Thema Konsumgüter
Mehr >>>
Grüne Linie
 
Bücherstapel Klassensätze für Ihre Schule! Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Titel der Broschüre "Kinderrechte Bildung - Länderschwerpunkt Ruanda"Ruanda-Materialien für die Klassen 3-7 Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Der Online-Katalog des Projekts Der Online-Katalog des Projekts Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo der EWIK
Das neue Gesicht des Portals Globales Lernen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo von Sodi! Digitale Medien für Globales Lernen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Buchtitel "African Kids"Neue Materialien für die Ausleihe Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo von HelpAge Deutschland e.V.Materialien zum Thema "Altwerden und Altsein bei uns und weltweit" Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Schule und GentechnikEin Internetportal zum Thema Schule und Gentechnik Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Logo von "Brot für die Welt"Material für den Unterricht: Zukunfts-WG Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Eine Welt für Kinder"Eine Welt für Kinder" - Material für Kindergarten und Schule Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Abbildung der Indonesien-KisteNeu in der Ausleihe: Tee-Kiste und Menschenrechte-Kiste Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
ErziehungsratgeberFür Eltern! Wie Sie Kindern fremde Kulturen näherbringen Mehr >>>
 
Grüne Linie
 
Regelmäßiger Newsletter Mehr >>>
 
Grüne Linie

 

 


Unter der Überschrift "Welche Vorstellungen haben Kinder und Jugendliche von fremden Kulturen?" fand im Frühjahr 2004 in Wolfsburg eine Tagung des Projekts "Eine Welt in der Schule" statt.

Ziel der Tagung war, sich mit den Ursprüngen des Projekts und den damit verbundenen Fragen zu beschäftigen: "Welche Urteile und Werte haben Kinder gegenüber Menschen aus fremden Ländern? Ab wann bilden sich diese Urteile? Wie können wir den negativen Einstellungen entgegenwirken?" (vgl. SCHMITT, RUDOLF: Kinder und Ausländer. Einstellungsänderung durch Rollenspiel - eine empirische Untersuchung. Westermann, Braunschweig 1979). Die Ergebnisse der damaligen Untersuchung führten vor nunmehr 25 Jahren zur Gründung des Projektes "Eine Welt in der Schule" (damals: Dritte Welt in der Grundschule) und zur Entwicklung von didaktisch-methodischen Kriterien zum Lernbereich "Eine Welt".

Wie aber urteilen Kinder und Jugendliche heute? Welche Werte, Einschätzungen und (Vor-)Urteile bilden die Grundlage für ihr Verhalten gegenüber Menschen aus anderen Ländern und Kulturen? Ist die Toleranz gestiegen, weil die Präsenz dieser Menschen in unserem Alltag selbstverständlicher ist? Oder wächst sogar die Intoleranz wegen der zunehmenden Vielfalt von Werten und Orientierungen, denen sich die Kinder und Jugendlichen ausgesetzt sehen?

Auf der Tagung überlegten wir gemeinsam, wie wir die aktuellen Einstellungen und Werte von Kindern und Jugendlichen gegenüber fremden Kulturen herausfinden können. Wir sahen uns daher unterschiedliche Tests für Kinder und Jugendliche vom Grundschulalter bis hin zur Mittelstufe an und entwickelten darüber hinaus eigene Fragebögen und Tests, ging es uns bei der Entwicklung doch auch in erster Linie darum, eine empirisch auswertbare Fragestellung zu entwickeln, die von Lehrkräften ohne großen Aufwand durchgeführt und ausgewertet werden kann.

Auf der Tagung kamen unterschiedliche Satzergänzungstests und Profiltests sowie Fragebögen zur Bewertung von Ängsten bei Schülerinnen und Schülern zustande (s. Abb. 1-3). Die Tests wurden von den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern bereits nach kurzer Zeit bei ihren Schülerinnen und Schülern eingesetzt.
Zu allen Tests fand eine erste kurze Auswertung statt. Dabei kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass vor allem das Arbeiten mit einem Profiltest von den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern als sehr vielversprechend bewertet wird. Die Vorteile des Tests sind neben der für uns wichtigen Fragestellung u. a.:
- der einfache Untersuchungsaufbau,
- der geringe Zeitumfang,
- die Möglichkeit einer einfachen Auswertung.

Hier klicken, um Abb. 1 anzusehen Abb. 1: Fragebogen zur Bewertung von Ängsten
Hier klicken, um Abb. 2 anzusehen Abb. 2: Satzergänzungstest
Hier klicken, um Abb. 3 anzusehen Abb. 3: Profiltest (überarbeitet)

Das Polaritätenprofil
Unser Profiltest stellt eine Weiterentwicklung eines Tests von KATTMANN dar (vgl. KATTMANN, ULRICH: Die Einstellung elfjähriger Schüler zu Menschen fremder Rassen - Empirische Untersuchungen und didaktische Konsequenzen. In: BECKMANN, HANS-KARL u. a. (Hrsg.): Westermanns Pädagogische Beiträge. Heft 5/Mai 1974, S. 255-264), welcher bereits Anfang der 70er Jahre eingesetzt wurde. Dort weist KATTMANN nach, dass 10- bis 11-jährige Schülerinnen und Schüler negative Vorurteile gegenüber "Negern" besitzen und dass die Einstellung der Schülerinnen und Schüler gegenüber "Negern" durch die Durchführung der vierstündigen Unterrichtseinheit "DER Mensch und DIE Tiere" (vgl. a. a. O.) verbessert werden (s. Abb. 4).

Hier klicken, um Abb. 4 anzusehen Abb. 4: Die Kattmann-Erhebung aus den 1970er Jahren

Wir möchten den Test jedoch nicht unverändert einsetzen, da sich unsere Fragestellung von der damaligen Untersuchung unterscheidet. Ging es bei KATTMANN noch um "Rassenfragen im Biologieunterricht" und in der Konsequenz um die Aufgaben für die Biologiedidaktik (vgl. a. a. O.), möchten wir uns inhaltlich nicht auf die Ermittlung von "Rassen"-Vorurteilen begrenzen, sondern sehen die Begrifflichkeit mittlerweile weiter gefasst (siehe "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in dem Beitrag von RUDOLF SCHMITT ("Deutschland und die 'Eine Welt'"), und ordnen unsere Aufgabe auch nicht einer einzelnen Fachdidaktik zu.

Eigenschaftszuordnung und Vorurteil
Bei HAUBRICH heißt es: "Um handlungsfähig zu werden, bilden ... alle Menschen (Anmerkung d. Verf.) ... vereinfachte Bilder, die je nach Verwertung zu Freund- oder Feindbildern, Images, Stereotypen oder Vorurteilen werden können" (HAUBRICH, HARTWIG: Selbst- und Fremdbilder im Geographieunterricht. In: geographie heute: Selbstbilder - Fremdbilder. Heft 223, September 2004, S. 2). Und weiter: "Vorurteile immunisieren gegenüber Realität. Sie schreiben Menschen und Kulturen Eigenschaften zu, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Ignoranz und Unbelehrbarkeit kennzeichnen Menschen mit Vorurteilen" (HAUBRICH 2004: a. a. O., S. 4). Auch und vielleicht gerade in unserer medial geprägten Welt, in der wir uns rund um die Uhr mit "vermeintlich objektiven" Informationen aus der Presse, den TV-Kanälen und dem Internet versorgen können, laufen wir Gefahr, "alte" Stereotypen und Vorurteile beizubehalten und "neue" aufzubauen. Dies ist natürlich in der Schule genauso wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen der Fall. "Deshalb müssen Geographielehrer (dies gilt natürlich für alle Lehrkräfte - Anmerkung d. Verf.) außerordentlich sensibel die Begegnung mit fremden Ländern und Völkern ermöglichen und die schwierige Aufgabe angehen, Stereotypen der Fremde und den Fremden gegenüber aufzulösen" (HAUBRICH 2004: a. a. O., S. 4).

Die Ausgangshypothese unserer Untersuchung lautet, dass die Schülerinnen und Schüler negative Vorurteile gegenüber bestimmten geografisch verorteten Bevölkerungsgruppen bzw. Nationalitäten besitzen, die sich anhand der Zuordnung bestimmter Eigenschaften wie altmodisch, schmutzig, hässlich, dumm, uncool usw. erkennen lassen. Vermutlich werden Vorurteile den meisten Gruppen - natürlich in unterschiedlicher Intensität - zugeordnet. Bei sehr vielen Personen, auch bei einem beträchtlichen Teil der Lehrkräfte, wird "Afrika" noch immer recht undifferenziert als national-ethnisches Konglomerat und nicht als Kontinent mit einzelnen Nationalstaaten, die sich gesellschaftlich und vom kulturellen Kontext her zum Teil erheblich voneinander unterscheiden, gesehen. In einer ersten Phase möchten wir daher die Einstellungen gegenüber dem "dunklen" Kontinent untersuchen. Konkret bedeutet dies: Bei einer vergleichenden Durchführung des Profiltests mit den Gruppen "Deutsche", "US-Amerikaner" und "Afrikaner" erwarten wir, dass die "Afrikaner" bei der Eigenschaftszuordnung eindeutig am schlechtesten abschneiden.

Versehen mit einigen wenigen biographischen Fragen, die uns u. a. Hinweise über den Migrationshintergrund der Kinder ermöglichen, können die Schülerinnen und Schüler zwischen 26 entgegengesetzten Eigenschaftswörtern (Polaritäten) wählen (Abb. 3). Auf dem Fragebogen müssen sie entsprechend ihrem Fremdbild der jeweiligen Gruppe eine Eigenschaft zuordnen.
Damit der Grad der Beeinflussung möglichst gering bleibt und die Schülerinnen und Schüler bei der Erhebung keine "gewünschten Antworten" liefern, sollten sie die Befragung nicht in Verbindung mit einer Erhebung von Einstellungen bzw. Einstellungsveränderungen bringen. Deshalb sollen sie während des gesamten Ablaufs nicht auf das Ziel der Untersuchung hingewiesen werden. Lediglich ein kurzer Hinweis am Anfang der Durchführung, der Bezug nimmt auf Forschungsarbeiten an der Universität Bremen, soll ihnen gegenüber gegeben werden. Es folgt eine Einführung in den Test anhand eines Beispiels, bevor die Tests nach folgendem Schema durchgeführt werden:

Durchführung des Profiltests 1: "Stell dir einen Deutschen vor."
Eine Woche Pause
Durchführung des Profiltests 2: "Stell dir einen Afrikaner vor."
Eine Woche Pause
Durchführung des Profiltests 3: "Stell dir einen US-Amerikaner vor."

Der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Tests soll verhindern, dass die Kinder und Jugendlichen sich an die Angaben des zuvor ausgefüllten Bogens erinnern können. Soweit möglich soll die Zuordnung auf die Eigenschaften jeweils ohne Bezug zu der vorhergehenden Befragung erfolgen.
Nach der Durchführung der drei Profiltests ist bereits eine Auswertung möglich. Je nachdem, welche Eigenschaft der Proband angekreuzt hat, wird der Wert 1 (sehr altmodisch) bis 7 (sehr modisch) dafür festgehalten (siehe nebenstehende Tabelle 1).

Auswertung des Profiltests Tabelle 1: Auswertung des Profiltests

Die Summe der Werte dividiert durch die Anzahl der Probanden ergibt den Erhebungswert für eine Eigenschaft, der dann auch grafisch in die Tabelle eingetragen werden kann. Werden mehrere Eigenschaften in die Tabelle grafisch übertragen, ergibt sich ohne allzu großen Aufwand ein sehr aussagekräftiges Polaritätenprofil (über statistische Verfahren lassen sich in der Folge dann sogar Korrelationen über die Ähnlichkeiten der Profile und damit über Zusammenhänge zwischen Begriffen wie "Deutscher", "Afrikaner", "US-Amerikaner", "Modernität", "Schmutz", "Schönheit", "Klugheit" oder "Coolness" ausdrücken).

Erste Rückmeldungen, die bei uns gegenwärtig eingehen, lassen uns hoffen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ein wirksames und von vielen Lehrkräften einfach im Unterricht einzusetzendes Instrumentarium bei der Messung von Einstellungen bzw. Einstellungsveränderungen zu entwickeln. Bereits auf der Basis von einer kleinen Schülerpopulation wird - wie aus Abbildung 5 hervorgeht - ersichtlich, dass "dem" Afrikaner auch heutzutage noch negative Eigenschaften zugeschrieben werden. Ohne die Aussagekraft der einzelnen Werte überschätzen zu wollen, ist die Tendenz eindeutig: Gegenüber einem "Deutschen" und einem "US-Amerikaner" wird ein "Afrikaner" als mehr oder weniger altmodischer, schmutziger, gewalttätiger, hässlicher, uncooler, kranker, unpünktlicher und ärmer apostrophiert.

Hier klicken, um Abb. 5 anzusehen Abb. 5: Profiltest 2004: Die Zuordnung von negativen Eigenschaften bei Afrikanern wird beibehalten

Der Unterrichtsimpuls
Nun ist es allerdings so, dass wir nicht beim bloßen Konstatieren von Vorurteilen oder dergleichen stehen bleiben möchten. Die Kinder und Jugendlichen in unseren Klassen waren immer Ausgangspunkt für alle unsere Unterrichtsbeispiele zum Themenbereich "Eine Welt". Sie sind unsere Zielgruppe und ihnen wollen wir zu einer selbstbewussten und toleranten Haltung gegenüber Menschen aus fremden Ländern verhelfen.
Aus diesem Grund haben wir uns auf zwei Folgetagungen überlegt, wie wir den erwarteten negativen Vorurteilen begegnen. Es wurde ein mindestens 6-stündiger, fächerübergreifender Unterrichtsimpuls entwickelt, der uns auf dem o. g. Weg zur Einstellungsveränderung hoffentlich ein Stück nach vorn bringt.

Beginnend mit einem gestalterisch orientierten Einstieg, der mit dem Buch "Papa, was ist ein Fremder?" (JELLOUN, TAHAR BEN: Papa, was ist ein Fremder? Hamburg 2000) korrespondiert, folgen zwei inhaltliche Impulse (eine Fotoserie und ein Videofilm), die die Eigenschaftszuordnung hinterfragen, bevor mit Hilfe eines Rollenspiels noch einmal das "Vorurteil" selbst thematisiert wird.

Wir haben uns dafür entschieden nicht "Gesamt-Afrika" zu thematisieren, weil es dem unstrukturierten, undifferenzierten Afrikabild eher Vorschub leistet. Inhaltlich haben wir uns auf das afrikanische Land "Ghana" begrenzt. Der westafrikanische Staat Ghana bot sich aus pragmatischen Gründen einfach an, weil es recht viel Material mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Ghana gibt. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass dort die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen verhältnismäßig stabil sind.

Die Materialien für diesen Unterrichtsimpuls haben wir mittlerweile im Projekt zusammengestellt und erste Erprobungen finden bereits statt.

Geplanter Unterrichtsimpuls

1. Std. Einstieg: Plakat/Folie mit Strichmännchen aus "Papa, was ist ein Fremder?"
S. kolorieren auf DIN-A3-Papier mit Wasserfarben die Strichmännchen
Anschließende Diskussion
2. Std. Sichtung weiterer Buchillustrationen mit gleichzeitiger Besprechung
Textpassage aus "Papa, was ist ein Fremder?" (S. 12 untere Hälfte)
S. lesen/besprechen die Textpassage/Tafelanschrieb der Schlüsselbegriffe (Was ist anders)
Textpassage mit Illustration aus "Papa, was ist ein Fremder?" (S. 16/17)
S. lesen/besprechen die Textpassage und spielen eine Situation nach
3./4. Std. Inhaltlicher Impuls, der Einschätzungen zum Thema "Afrikaner" hinterfragt. Grob gesagt soll die Zuordnung zu den Eigenschaften altmodisch, schmutzig, hässlich, dumm, uncool, krank, unpünktlich sowie arm korrigiert werden.
3 Fotos (je 1 aus Deutschland/USA/Ghana) zu folgenden Themen:
- Städte
- Persönlichkeiten (z.B. Politik)
- Sportler/Popstar/Model
- Schulräume
- Kinder
- Krankenhaus/-station
- Landschaft
S. sollen auf einer Weltkarte die Fotos einordnen. Da jedes Kind/jeder Jugendliche "sein" Vorurteil hat, geschieht dies in Einzelarbeit. Mit Hilfe eines Fotobogens, auf dem die Fotos verkleinert wiedergegeben sind, werden die Bilder einer Weltkarte zugeordnet.
Dazugehörige Bildunterschriften werden nachgereicht. Mit Hilfe dieser Bildunterschriften sollen die falsch zugeordneten Fotos korrigiert werden.
5. Std. Inhaltlicher Impuls, der eine Identifikation bzw. emotionale Nähe mit Afrika zulässt.
Die S. sehen sich einen Film über ein Mädchen aus Ghana ("Africa's Child: Linda - Child from Ghana" - dt. Version/15. Min./SWR Funkhaus Baden-Baden, FS Wissenschaft und Bildung, Redaktion Schulfernsehen, 76522 Baden-Baden) an.
Über ein anschließendes S.-L.-Gespräch wird das Gesehene noch einmal reflektiert. Ebenso wie im vorhergehenden Impuls soll die Zuordnung zu den Eigenschaften altmodisch, schmutzig, ... korrigiert werden. Es ist nicht die Intention des Unterrichtsimpulses über Probleme wie Bevölkerungswachstum, Hunger und Verstädterung aufzuklären, sondern es soll das einseitige Bild der Kinder und Jugendlichen vom Leben in Afrika/Ghana zurechtgerückt werden.
Deutlich gemacht werden kann u. a.:
- Afrika/Ghana ist nicht altmodisch, wie die Bilder von Accra zeigen.
- Linda ist weder schmutzig, hässlich, dumm noch uncool oder krank, ...
- In der Schule wird viel auf Disziplin geachtet.
und vieles mehr!
6. Std. Umsetzung/Anwendung der "erfahrenen" Informationen.
Die S. beschäftigen sich mit der Kurzgeschichte "Spaghetti für zwei" von Federica de Cesco. Sie führen es als Rollenspiel auf.
Die inhaltliche Auseinandersetzung kann natürlich in unterschiedlicher Intensität durchgeführt werden.
Sollte ein größeres Zeitbudget zur Verfügung stehen, so ist es in diesem Zusammenhang z. B. möglich einen Fotoroman dazu zu entwickeln oder einen Videofilm darüber zu drehen.

Die Weiterarbeit
Um den Test auszuwerten, d. h. den unterstellten Veränderungsprozess überprüfen, den Unterrichtsimpuls ggf. anpassen und die Ergebnisse dokumentieren zu können, setzt dies einen zusätzlichen Testdurchlauf (sowie die Einbeziehung von Kontrollgruppen) voraus.
Aus diesem Grund ist nach der Durchführung des Profiltests 3 (Stell dir einen US-Amerikaner vor) eine erneute Testdurchführung geplant.

Durchführung des Profiltests 3: "Stell dir einen US-Amerikaner vor."
Zwei Wochen Pause
Durchführung des Unterrichtsimpulses (je nach Stundenzahl ca. 3 bis 4 Wochen)
Vier Wochen Pause
Durchführung des Profiltests 4: "Stell dir einen Deutschen vor."
Eine Woche Pause
Durchführung des Profiltests 5: "Stell dir einen Afrikaner vor."
Eine Woche Pause
Durchführung des Profiltests 6: "Stell dir einen US-Amerikaner vor."

Für einige Gruppen erneute Testdurchführung nach mindestens 6 Monaten.

Eingesetzt wurde der Profiltest bisher in verschiedenen Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I. Bei der Planung des Unterrichtsimpulses hatten wir die 6. Jahrgangsstufe vor Augen. Die an der Erstellung beteiligten Lehrerinnen und Lehrer sind aber der Ansicht, dass er auch in den benachbarten Jahrgangsstufen eingesetzt werden kann. Daher wird der Profiltest und der Unterrichtsimpuls zukünftig in den Klassenstufen 5 bis 10 erprobt, allerdings mit einer Einschränkung: Da nach unseren bisherigen Erfahrungen die Schülerinnen und vor allem die Schüler im 8. Jahrgang aufgrund der Pubertät häufig nicht ernsthaft an den Test herangehen, sollte der Test je nach Lerngruppe vom Ende des 7. bis zum Anfang des 9. Schuljahres nicht eingesetzt werden.

An der Mitarbeit interessierte Personen können sich beim Projekt "Eine Welt in der Schule" melden.

Spendenhinweis

Seitenanfang


Ein Projekt des Grundschulverbandes e.V.

Universität Bremen - Fachbereich 12
Erziehungs- und Bildungswissenschaften

Gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Logo des Grundschulverbandes

Logo der Universität Bremen

Logo des Bundesmnisteriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit


 
[Impressum] - Copyright © Projekt "Eine Welt in der Schule" 1999-2014 - Universität Bremen-FB 12 - Bibliothekstraße (Sportturm Raum 5120) - 28359 Bremen - Tel. +49 421 218-69775 - einewelt@uni-bremen.de