Projekt "Eine Welt in der Schule"
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Anregungen für die Grundschule und Sekundarstufe 1

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Zum Thema »Rettet die Erde« fanden an unserer Schule drei Projekttage statt. Ich hatte eine Gruppe von 16 Kindern, die sich aus Erst- bis Viertklässlern zusammensetzte. Die drei Tage wollte ich nutzen, um den Kindern einen kurzen Blick über den eigenen Tellerrand zu bieten. Aufgrund der unterschiedlichen Fähigkeiten und der Kürze der Zeit musste mein Unterrichtsangebot praxisorientiert und leicht zu erfassen sein, andererseits auch nicht zu langweilig für die Viertklässler. Ich entschied mich für das Thema »Wohnen bei uns und anderswo«, da zu diesem Bereich jedes Kind Erfahrungen und Zugänge hat.
In den drei Projekttagen wollte ich also mit den Kindern der Frage nachgehen: Warum bauen sich die Menschen auf der Erde so verschiedene Häuser? Als zweiter Schritt sollten dann von den Kindern einige Häuser nachgebaut werden.

Vorbereitungen
In der Vorbereitungsphase besorgte ich das benötigte Material, klebte den Ytong-Würfel für das Iglu zusammen und richtete verschiedene Arbeitsplätze mit Materialien her. Insgesamt sollten sieben Häuser gebaut werden. Jeweils zwei Kinder sollten gemeinsam ein Haus bauen, somit waren 14 Kinder beschäftigt. Die verbleibenden zwei Kinder bastelten aus Biegedraht und Stoffresten die passenden "Hausbewohner".
Für die verschiedenen Häusertypen benötigte ich Bildmaterial und Informationen für die Kinder, damit sie überhaupt eine Vorstellung bekamen, wo und wie die Menschen in den verschiedenen Regionen leben.

Rund um das Wort "Haus"
Am ersten Morgen trafen wir uns in meinem Klassenzimmer, das zugleich Schneideratelier war, und die Gruppe lernte sich kennen. Ich ließ die Kinder sammeln, was ihnen rund um das Wort "Haus" einfiel:

Hoch - Haus
Rat - Haus
Baum - Haus
Ferien - Haus
Holz - Haus
Feuerwehr - Haus
Opern - Haus
Schul - Haus
Lehm - Haus
Barbie - Haus
usw.

Aus dieser Sammlung entstand ein Wortstern rund um das Wort "Haus", den wir auf einem großen Papier festhielten und in die Klasse hängten.
Meine nächste Frage lautete: Was gibt es noch für Häuser?
Wir schrieben auf: Iglus, Wolkenkratzer, Villen, Pfahlbauten, Schlösser, Wohn- und Hausboote, Burgen, Paläste, Hütten (Holz, Stroh), Zelte und Jurten.

Als uns kein Haustyp mehr einfiel, gingen wir die Sammlung im Wortstern nach Häusern durch, in denen Menschen wohnen können. Diese Häuser wurden farbig markiert
Nun hatten die Kinder schon eine ziemliche Vielfalt von Häusern kennen gelernt, eine kleine Auswahl sollten sie jetzt selber bauen
Ich stellte die Möglichkeiten vor:

  • ein jemenitisches Haus
  • ein Hochhaus von überall
  • eine Jurte aus der Mongolei
  • ein Strohhaus mit Holzsockel aus Afrika
  • eine Strohhütte mit Lehmsockel aus Afrika
  • ein Iglu aus Grönland
  • ein Lehmziegelhaus aus Südafrika

Nachdem alle Häuser vorgestellt waren, suchten die Kinder auf einer Weltkarte die Länder, in denen solche Häuser zu finden sind. Auf diese Länder wurde ein Kärtchen geklebt. Häuser aus Stroh gibt es nicht nur in Afrika, um es aber nicht zu kompliziert zu machen, siedelten wir unsere Strohhäuser und deren Bauweise dort an.

Bauen und Basteln
Nach einer Pause begaben wir uns in einen anderen Raum, in dem ich an der Wand Bilder von den zu bauenden Häusern aufgehängt hatte. Auf verschiedenen Tischen hatte ich die Baumaterialien und die Informationen zu den Häusern ausgelegt. Die Kinder schauten sich die Bilder der Häuser an und sollten versuchen, die einzelnen Abbildungen den entsprechenden Baustellen zuzuordnen. In den meisten Fällen gelang ihnen das sehr schnell und sie hatten keine Probleme. Nur das jemenitische und das südafrikanische Haus waren erst anhand der bereitgestellten Farben zu erkennen.
Da mir die meisten Kinder bekannt waren, hatte ich bereits vorher die Zweiergruppen festgelegt. So war gewährleistet, dass alle Gruppen ihre Aufgabe in annähernd ähnlicher Zeit meistern konnten.
Ich zeigte den Kindern ihre Plätze. Neben dem Baumaterial fanden sie dort auch in einer Plastikhülle ihre Arbeitsanweisungen vor. Schnell und begeistert machten sich nun alle an die Arbeit.

Warum eigentlich verschiedene Häuser?
Am zweiten Vormittag begannen wir zunächst wieder im Klassenzimmer. Ich wollte noch einmal mit den Kindern über Gründe für die unterschiedlichen Haustypen sprechen. Provokativ stellte ich die Frage: Warum baut denn in Afrika niemand einen lglu?
Die Antworten sprudelten. In Afrika gibt es ja gar kein Eis und außerdem würde so ein Haus dort schmelzen! Somit war schnell klar, wie in den unterschiedlichen Gebieten der Erde die Häuser entstanden sind. Wir sammelten die Äußerungen an der Tafel:

  • Menschen bauen mit dem Material, das sie vor Ort finden und das günstig ist.
  • Menschen wohnen in Zelten oder Jurten, wenn sie beweglich sein müssen und nicht immer an einem Ort bleiben können.
  • Menschen bauen Hochhäuser, um Platz zu sparen, weil gerade in Großstädten nicht genug Raum ist, damit jeder sein eigenes Haus hat.
  • Je nachdem wie warm oder wie kalt der Ort ist, müssen die Fenster, die Wände und das Dach eines Hauses gebaut werden.

Allen Kindern war das verständlich. Auf der Weltkarte konnten sie auch sehen, wie unterschiedlich die Landschaften sind und einige kannten sich auch schon mit verschiedenen Klimazonen grob aus.
Im Anschluss an diese Gesprächsrunde gingen wir wieder in den anderen Raum, wo unsere Bauwerke auf ihre Vollendung warteten. Der Rest des Vormittags und der ganze nächste Tag gingen dann mit Bauen und Basteln vorbei. Zwischendurch war Zeit genug, immer wieder mal Fragen der Kinder zu den einzelnen Häusern und auch zu den Menschen in diesen Häusern zu beantworten.
Am Ende der drei Tage standen auf den Tischen wunderschöne Häuser mit liebevollen Dekorationen (Menschen, Tiere, Natur) drumherum. Fleißige Eltern hatten den Kindern noch tatkräftig bei der Fertigstellung zur Seite gestanden, so dass jede Gruppe stolz ihr Werk betrachten konnte.
Gleichzeitig hatten wir einen schönen Überblick über einige verschiedene Arten, wie die Menschen in dieser Welt leben. Die Neugierde auf andere Lebensformen war bei den Kindern nun geweckt. So bot dieses eher praktisch orientierte Unterrichtsprojekt einen guten Ausgangspunkt, um in weiteren Stunden einmal genauer eine bestimmte Kultur zu betrachten und kennen zu lernen.
Den Kindern jedenfalls hat es viel Spaß gemacht und sie haben so ganz nebenbei schon eine Menge Neues und Faszinierendes über andere Menschen auf dieser Erde erfahren.

Bauanleitungen
 
 

Modell: Jemenitisches HausJemenitisches Haus

Benötigtes Material:
Schachtel
Packpapier
Kleister
Pinsel
Dispersionsfarbe in weiß, hell- und dunkelbraun

1. Schachtel mit Packpapier bekleistern.
2. Fenster und Türen einzeichnen.
3. Über einigen Fenstern und rund um die Tür aus Zeitungspapier einen Wulst ankleben.
4. Haus mit hellbrauner Dispersionsfarbe anstreichen und trocknen lassen.
5. Die Fenster mit weißer Farbe ausschmücken.
6. Türfüllung mit dunkelbrauner Farbe ausmalen.
 


 Strohhütte mit Lehmsockel

Benötigtes Material:
Selbsttrocknender Ton (2,5 kg)
Wellholz
Messer
Zweige
Gartenschere
Naturbast
Stroh
Schere
Schaschlikspieße
Straminnadel
Heißklebepistole

Kinder bauen eine Strohhütte mit Lehmsockel

1. Ton ca. 1,5 - 2cm dick ausrollen und in kleine Ziegel schneiden.
2. Aus Ton und Zweigen eine runde Mauer bauen.
3. In die Mitte des Hauses einen runden Tonklumpen legen, in diesen einen Stock eindrücken und am oberen Ende des Stockes einen Ring aus Ton anbringen.
4 Schaschlikspieße in die Mauer stecken und mit dem Ring aus Ton am Stock verbinden.
5. Naturbast mit der Straminnadel wie ein Spinnennetz um die Schaschlikspieße weben, als Auflage für die Strohbüschel.
6. Strohbüschel mit Heißklebepistole an die Bastfäden ankleben.


Modell: JurteJurte

Benötigtes Material:
dünne Zweige
Gartenschere
Schnur
Filz
Knete
Teppichreste
 

1. Aus Knete einen dicken Wulst herstellen und zu einem Kreis mit Eingangsöffnung legen.
2. Die Zweige mit der Gartenschere auf gleiche Länge schneiden und mit der Schnur zu einem "Jägerzaun" verknoten.
3. Den Zaun in den Knetwulst stecken und als oberen Abschluss und Halt einen weiteren Knetwulst eindrücken.
4. Inder Kreismitte einen Stock in die Knete stecken. Oben am Stock einen Ring aus Knete anbringen.
5, Schaschlikspieße an den oberen Hing aus Knete anbringen, so dass ein Dach entsteht.
6. Die Dachkonstruktion mit Filzbahnen belegen und diese am Eingang zurückschlagen, sodass der Eingang offen ist.
7. Den Boden mit einem zugeschnittenen Teppichrest auslegen.


Modell: HochhausHochhaus

Benötigtes Material:
4-5 Schachteln in abnehmender Größe
Heißklebepistole mit Patronen
Packpapier
Kleister
Teppichmesser
Dispersionsfarbe nach Wahl
Pinsel
Spiegelscherben
Silberfolie
Pergamentpapier

1. Schachteln einzeln mit Packpapier bekleistern.
2. An der größten Schachtel Arkaden ausschneiden und an den anderen Schachteln Fensteröffnungen einzeichnen und ausschneiden. Diese mit Silberfolie und/oder Pergamentpapier hinterkleben.
3. Die Schachteln mit der Heißklebepistole aufeinander kleben.
4. Das Gebäude mit Farbe und Spiegelscherben ausgestalten.
5. In die Arkaden der untersten Schachtel Spielzeugautos stellen, oder eine kleinere Schachtel als Schaufensterfront dekorieren und reinstellen.


Iglu

Benötigtes Material;
Ytong-Steine
Ytong-Kleber
Hammer
Meißel
Raspeln
weißer Stoff

Modell: Iglu

1. Ytong-Steine zu einem Würfel zusammenkleben (am Vortag)
2. Würfel mit der Raspel abrunden.
3. Eingangsstollen aushöhlen.
4. Das Ganze mit blau getöntem Wasser anmalen und dadurch eine Eisfarbe erzielen.
5, Weißen Stoff (vielleicht mit Glitzerfäden) als "Schnee"-Unterlage verwenden und den Eingangsstollen an das Iglu stellen.
Bei viel Zeit kann der Würfel auch von innen ausgehöhlt werden.


Kinder bauen ein Strohhaus mit HolzsockelStrohhaus mit Holzsockel

Benötigtes Material:
Zweige
Gartenschere
Naturbast
Knete oder selbsttrocknender Ton
Stroh
Schere
Schaschlikspieße
Naturbast
Straminnadel
Heißklebepistole

1. Aus Ton oder Knete einen kreisförmigen, dicken Wulst formen, dabei einen Eingang offen lassen.
2. In den Wulst gleich lang geschnittene Äste stecken.
3. Äste am oberen Rand mit Naturbast verknoten und einen weiteren Wulst aus Ton oder Knete aufdrücken.
4. Dachkonstruktion wie bei der Strohhütte mit dem Lehmsockel.


Modell: Südafrikanisches HausSüdafrikanisches Haus

Benötigtes Material:
Schachtel
Zeitungspapier
Kleister
Dispersionsfarbe in schwarz, gelb, braun, rot, pink, lila etc.
 

1. Schachtel mit Zeitungspapier bekleistern.
2. Die Schachtel weiß anmalen.
3. Muster mit Bleistift auf die Wände vorzeichnen.
4. Die Umrisslinien mit schwarzer Farbe nachmalen.
5. Die geschlossenen Felder mit bunten Farben ausmalen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Ausgabe 1/2000 von "Eine Welt in der Schule". Sie können diese Ausgabe jetzt herunterladen (2 MB).

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